Schweiß rinnt mir meinen Nacken hinab, wie viele Runden schon? Vier? Fünf? Vielleicht auch die sechste Runde…
Im Hintergrund läuft meine Lieblingsband mit deren besten Song, tiefe Atemstöße werden abgegeben.
„Zooé, ich kann nicht mehr…“, flüstert meine Partnerin, ihre Stimme ist schon heißer und ihr ist nicht weniger heiß.
Ich beuge mich zu ihren Ohr hinunter: „Das glaubst du dir doch selber nicht mehr…“, ein grinsen dazu und ich setze mich auf, ziehe sie hoch das sie auf meinen Schoß ist.
„Ceres…“, ich weiß nicht genau was für eine Beziehung wir haben, dieses ständige auf und ab, das erste Jahr ging wunderbar haben uns sogar verlobt.
Im zweiten Jahr stritten wir, kamen zusammen, stritten wieder, kamen zusammen, Hochzeit wurde geplant…
„Zooé!! Zooé! Nicht da!!“, meine Hände streichen ihre Hüfte hinab zu ihren Hintern…
Im letzten Jahr haben wir geheiratet, doch unsere Konflikte wurden immer mehr. Irgendwann meinte Ceres das es besser ist aufgegeben, es folgte die Scheidung, und nun sind wir Freunde…
„Aber so magst du es doch ~“, ihre Lippen beben vor Aufregung, das Lied ist auf ‘repeat’ gestellt, und nur Ceres weiß bis jetzt, das diese Band und ganz besonders dieses Lied mich geradezu auffordern meinen Partner… bis es endet…
Jetzt da wir kein Paar sind sondern Freunde, streiten wir kaum mehr, wir haben miteinander Sex reden schlafen essen haben noch mehr Sex und dann geh ich wieder.
Aber es war eine schöne Zeit, da sind wir uns beide einig.
Einige Erfahrungen im Leben reicher geworden…
Ceres ihr Bekanntheitsgrad ist auch ziemlich gestiegen, elende Paparazzo…
Plötzlich, Stromausfall…
Das Lied hört auf, die letzte Runde, dann legen wir uns beide müde auf ihr Bett.
„Ceres…“
„Ja?“
„Deine Brust ist gewachsen… ich stoße nicht mehr gegen deine Rippen wenn ich drauf liege…“
„Ha, dir ist es aufgefallen!“
Sie schien zufrieden zu sein und ich tastete auf ihrer Brust eine Weile, auf der Suche nach Silikon: „Niiiicht…“, quietschte sie entsetzt: „Ich bin noch ganz Wund von vorher…“
Wir sehen uns tief in die Augen und lachen dann leise…
„Wann wirst du Cecil sagen, das du ihn immer noch liebst?“
„Bald… bald…“
„Ihr wisst immer noch nicht wo er sich befindet?“
„Selbst Bryan weiß nicht wo er ist…“
„Hm…“
Am Abend des selben Tages ging ich alles noch einmal durch. Moé war nun hier in Kreta, Cecil und er verstanden sich immer gut. Vielleicht wüsste er wo Cecil ist?
So oder so, für heute war es schon zu spät zu suchen. Morgen würde es losgehen.
Ich saß auf meiner Kirschroten Couch, gegenüber mein großer Flachbildfernseher, Lichter sind aus, durch die großen Fenster kommt das Licht der Stadt hinein. Sonst nichts.
„Zooé?“, Elijah’s Stimme ertönt, der Lift hinter ihm schließt sich wieder und er macht das Licht an: „Wieso sind die Lichter aus?“
„Wieso sollten sie an sein?“
„…“
Er saß sich neben mir und betrachtete den ausgeschalteten Fernseher: „Eine Idee wo Cecil sein könnte?“
„Nein… ich werde morgen zu dem Verlag gehen wo Moé seine Bücher ausschreibt. Wenn einer es weiß dann er.“
Nach einer weiteren Minuten lange Stille dreht er sich zu mir, als hätte er einen Geist gesehen, irgendetwas übernatürliches erlebt.
„Hör mal! Mir ist heute was komisches passiert!“
„Bitte, ich hab keine Lu—“
„Ich hab unseren Erschaffer getroffen!“
„Was?“
„Na der wo uns gestalten hat als Drahtpuppe.“
Mein Blinzeln war wohl aussagend genug, ich drehte mich in seine Richtung, legte meinen Arm über die Couchlehne und wartete das er weiter sprach.
„Er fragte ob er mich reparieren solle. Wegen meinen Auge…“
„Und, hast du ja gesagt?“
„Nein ich will das nicht, aber das war interessant.“
„Und warum?“
„Weil er in meinen alter war.“
„Also waren Thisseas und Erén sogar zu faul die Drähte zu winden aus denen wir bestehen?“
Nun nickte er, schüttelte dann aber auf einmal den Kopf wild: „Du verstehst nicht, so etwas hab ich noch nie erlebt. Er stammt nicht aus dieser Welt, aus dieser Dimension!“
Nun wurde ich wirklich neugierig, aus geheucheltes Interesse wurde echtes und ich zog eine Augenbraue hoch: „Was hat er gesagt? Wie sieht er aus? Wie ist sein Name?“
Elijah wechselte von seiner hyperaktiven ‘Ich bin ein kleiner Junge und hab den Weihnachtsmann gesehen der in Wirklichkeit mein Papa in einen Kostüm ist’ Modus in einen ‘Ich habe eben raus gefunden das es Papa im Kostüm ist‘ Modus.
„Er fragte… ob Cecil dir bereits etwas mitgeteilt habe…“, so einen finsteren Blick sah ich wirklich selten bei Elijah, vor lauter in eigene Gedanken stecken bemerkte ich erst jetzt das er außer Atem war, Schweißperlen von der Stirn tropften als sei er in den 24. Stockwerk hoch gerannt als den Lift zu nehmen: „Weil Cecil ersetzt werden soll.“
„Ersetzt?!“
„Er sprach das so emotionslos aus, er meinte Cecil sei nur eine Skizze seines Kunstwerkes, und er würde ersetzt werden durch das fertige Produkt…“
„Sind wir Gegenstände oder was?“, es war nicht Elijah’s Schuld, dennoch konnte ich meinen eigenen Zorn nicht im Zaum halten, dennoch brauchte ich klare Gedanken um zu handeln: „Lass dir nicht alles einzeln aus der Nase ziehen. Sprich weiter.“
Elijah schüttelte den Kopf.
„Ich hab ihn gesehen… diese Hülle die Cecil’s Platz einnehmen soll… er ist ungefähr 178 cm groß, gebräunt, sehr männlich und seine Augen sind ausgebleicht. Anscheinend ist er in all der Zeit gerostet aber sobald er Cecil’s Seele habe… ‘Erschaffer’ hat graue Augen, Violette Haare und heißt…“
„Andrej.“
„Du kennst ihn?“
„Ja… Andrej… Andrej hat uns erschaffen, uns gestaltet und designet?“
Mir wurde schlecht, er schien immer ein harmloser Zivilist zu sein, unbeholfen und zurück gezogen bis ins das hinterste Eck der Seele.
Aber anscheinend kümmerte er sich nicht um das Leben. Um Gefühle anderer Menschen.
Vielleicht war er sogar ein Misanthrop.
Da fällt mir ein. Von Andrej gab es gar keine ‘weibliche Antwort’ hier in dieser Realität.
Ich reibe mir nachdenklich mit den Finger über mein Kinn: „Ich muss wissen wo Moé steckt!“, mein iPhone das auf den Couchtisch vor mir stand wurde schnell genommen aber Elijah packte meine Hand: „ich weiß wen besseren, ich weiß zu wem wir müssen um zu Cecil zu kommen.“
Sein Blick war schelmisch, und wir beide verstanden uns auch ohne Worte.
„Tatsuko.“, gaben wir beide synchron ab.
„Du willst wissen wo Moé ist?“, fragte sie mich ungläubig: „Ich kann dir auch sagen wo Cecil ist.“, lächelte mich Tatsuko an als ich vor ihrer Türe stand.
„Dann sag mir beides.“, warum ich beides wissen wollte wusste ich nicht.
„Moé’s Adresse schreib ich dir gleich auf, und Cecil lebt bei mir seit einiger Zeit.“, sie strahlte mich an wie eine frisch polierte Münze: „Er wird mich bald heiraten, weißt du? Und dann bekommen wir viele kleine Kinder und werden nach Japan wieder ziehen dort werde ich-“
Ein kräftiger Schlag knapp an ihren Kopf vorbei in die Türe lies sie verstummen: „Gib mir die Adresse…“
Wenn Elijah es richtig verstanden hatte, würde Andrej Cecil’s Seele austauschen sobald er mir etwas gesagt hat. Das heißt ich müsste erst diese Puppe finden.
Und sie zerstören.
Erst dann, erst dann könnte ich Cecil ins Gesicht blicken… und sagen was ich fühle und denke.
Ich vertraute also darauf das Elijah mit Odina zusammen ihn finden würden und mich rechtzeitig anrufen würden. Es dauerte auch keine 5 Minuten und Tatsuko kam mit der Notiz von Moé’s geheimen Standort. Warum sie wohl wusste wo Moé ist? Ob sie ihn selber auch brauchte? Vielleicht hatte Cecil sie darum gebeten.
„Danke.“, genau in diesen Moment klingelte mein iPhone, kurz abgenommen und schon hörte ich Odina’s Stimme: „Wir waren in den Café wo Elijah gestern war, laut dem Kellner sind die zwei die du suchst im selben Hotel wie du.“
Dann legte sie auf.
Ich verdrehte meine Augen, ich hatte schon einmal Elijah meine schwarze Kreditkarte gegeben, irgendwie scheint das Odina zu riechen und ich konnte jetzt schon mit einer großen Abrechnung rechnen die irgendetwas mit ihrer Hochzeit zu tun hatten.
Im selben Hotel wie ich also…
In dem Hotel meines Vaters…
Wie Klug… wo würde man denn als letztes suchen? In seinen eigenen Revier…
Dadurch das ich der Sohn des Besitzers war, wurde mir sofort gesagt in welchen Raum ich Andrej fand. Andrej und diese Puppe.
Wie noch einmal? Gebräunt, rote Augen… nein ausgebleichte Augen… 178 cm groß…
„Es ist aber nur eine Person, mein Herr.“
„Eine Person? Name? Aussehen?“
„Helle Haare, Cecil Irvine Minerva.“
Cecil? Oh Gott… Cecil ist bereits… aber das ist doch nicht möglich… wir haben!
„Sind Sie sich sicher? Pass? Alles geprüft?“
„Ja mein Herr, er ist V.I.P Bereich.“
„SCHEISSE VERDAMMTE!“
Die Blicke auf den Franzosen der rumflucht ignorierend rannte ich die Treppen hoch. In den 12. Stock rennen war keine gute Idee.
Nicht weil ich weniger Energie bekam, eher mehr, ich musste zurückdenken an Cecil. An sein lachen, wie seine Lippen schmecken, an den traurigen Gesichtsausdruck als ich ihm verlassen hatte als er uns am meisten brauchte.
Als ich ihm die Liebe in den Moment verweigerte als er sie am wenigsten, aber am meisten gebraucht hatte.
Und so ist es nun vorbei? Kein Abschied? Kein dramatisches zusammen kommen? Er ist einfach so aus meinen Leben verschwunden?
Ein Tritt und die Türe flog aus ihren Angeln.
Da saß er, auf einen Sessel, leblos gerade aussehend. Als wäre er nichts weiter wie eine sehr realistische Puppe.
„Du bist nicht Cecil!“
„Mein Name ist Cecil. Ich bin 17 Jahre alt.“
„NEIN DU BIST NICHT CECIL!“
Meine Hände zu Fäuste geballt sah ich mich um, an den kleinen Tisch neben den Eingang war eine dekorative Vase die mindestens 800 € teuer ist.
Als ich sie zerschlug nicht mehr.
„Mein Name ist Cecil. Ich bin 22 Jahre alt. Meine Eltern sind Simone und Alexandro Minerva. Mein Vater ist ein Halbjapaner, meine Mutter ist Griechin. Ich gehe in der Ak Universität und studiere—“, sprach er in einen emotionslosen Ton, als würde man ein Tonband aus den vorigen Jahrhundert abspielen.
„HALT DEIN MUND! HALT DEINE VERDAMMTE FRESSE!“, ein Schlag in sein Gesicht warf ihn aus der Couch, er stand auf und wischte sich kurz darüber.
„… ich bin mit Tatsuko Takimoto zusammen und–“, in der linken Hand hatte ich die eine Hälfte meiner Vase, dessen scharfen Kanten ich seine Wange aufschnitt bis zu seinen Ohr: „Du bist nicht Cecil! Du bist nicht Cecil!!“, ein verzweifelter Ton.
Cecil…
Ein Sprung auf ihn das er unter mir liegt, meine Fäuste hören nicht auf in sein Gesicht zu schlagen…
Cecil…
Das Drahtgewinde ist zu sehen, diese Puppe die du sein sollst redet weiter, immer weiter…
Cecil…Ich bin einfach zu langsam…
Noch nie schmerzten meine Fingerknöchel so sehr, sie selbst sind nun leicht abgeschabt mit der Haut so das man mein Drahtgewinde sieht.
Ich habe versagt… ich bin ein Versager…
Meine Hände schließen sich langsam um den Hals dieses etwas, meine Augen werden nass so das ich ihn kaum mehr erkenne: „Du sollst ein Kunstwerk sein? Ja du bist ein Schönling…“
Schüttelte den Kopf, mein Griff wird fester.
„Deine Haut ist zart und dein Haar glänzt…“
Meine Knie bohren sich in seine Hüfte, wäre er ein Mensch hätten seine Knochen nachgegeben.
„… und du bist wirklich männlich…“
Aber…
„… aber du bist nur eine Puppe. Du bist nicht Cecil. Du wirst niemals Cecil sein… und niemand kann mir Cecil ersetzen. Nicht einmal Ceres…“
Wieso sage ich das?
„Cecil..? Hörst du mich? Ich kenne mich nicht aus… aber falls du das hörst…“
Das Drahtgewinde verbiegt sich unter meinen Händen, er röchelt nach Luft.
„Ich komme nach… versprochen… ich werde nur ein paar Dinge hier erledigen… dann komm ich nach… ich lass dich nie mehr alleine.“
Das Drahtgewinde reißt, es schneidet tiefe blutige Lippen in mein Fleisch, der Schmerz ist mehr wie ein Taubheitsgefühl.
Er schrumpft zusammen, und aus der Lebensgroße Puppe wird eine 13 cm große Puppe. Ein Drahtgestell.
„… das war meine Strafe, oder Gott? Cecil musste sterben… um mich zu bestrafen, weil ich Schuld bin an den Tod meines Bruders… weil ich meine eigene Mutter umgebracht habe… weil ich selber Gott gespielt habe und nicht auf Michael gehört habe und zurück ging.“
Es war das erste mal seit vielen vielen Jahren, das ich spürte, wie es sich anfühlt wenn heiße Tränen einen über die Wangen laufen.
„Was machst du denn hier?“, wurde ich begrüßt von Tatsuko am nächsten Tag.
„Ich war eben beim Notar, ein paar Dinge erledigen. Habe mich von meiner Schlange verabschiedet und muss dir noch etwas sagen.“, ich stehe wieder an der Türe. Mein Gesicht eingefroren wie immer.
„Cecil… es geht um Cecil… Cecil und ich werden verschwinden… zusammen… das aus deiner Hochzeit wird nichts mehr. Und selbst du wirst uns nicht mehr finden können.“, ja Cecil… Cecil ist bereits tot, sein Drahtgestell ist in meiner Jackentasche.
Unsere Leichen wird nie jemand finden und als diese erkennen können.
„Was?“, flüsterte sie sprachlos.
„Wie ich bereits sagte…“
Sie schüttelte ihren Kopf: „Aber ich hab ihn eben noch ins Taxi steigen sehen… ich habe ihn zu Moé geschickt damit er…“
Cecil… ich kam nicht zu spät… Cecil lebt noch!!
So schnell mich meine Beine tragen konnten war ich in meinen schwarzen Auto, die Wegbeschreibung zu Moé war immer noch in den Handschuhfach.
Es war wirklich ein Wunder… das ich unterwegs keinen einzigen Autounfall hatte…
Der Hügel hinauf war mir zu Gefährlich für mein Auto, und eindeutig zu schmal für diese Breitenklasse, also durfte ich erstmal hochlaufen.
Cecil lebt. Und diese Puppe ist tod.
Moment…
Ich nahm das kleine Drahtgestell heraus das ich noch vor kurzer Zeit für Cecil hielt und warf sie so weit es ging in den tiefen des Waldes.
Ein paar Tiere wurden aufgescheucht und als ich endlich an den Haus ankam starrte ich nicht schlecht. Eine Skiblockhütte…
„Zooé?!“, wurde ich empfangen, ein breites perverses grinsen zierte sein Gesicht: „Komm ruhig rein.“
„Ich will zu Cecil.“
Sein grinsen verschwand wieder, er verdrehte seine Augen: „Ich weiß nicht von was du sprichst.“
„Aber Tatsuko meinte das Cecil unterwegs zu dir sei…“
„Nein, tut mir leid. Kein Cousin da.“
Hatte Tatsuko mich angelogen? Vielleicht wollte sie ja verhindern das ich mich mit ‘Cecil’ treffe.
Aber das würde heißen…
Und schon durfte ich den Waldboden nach einer Drahtpuppe absuchen.
Ich war einfach überwältigt von diesen Gedanken… ich hätte wohl jedem geglaubt. Ich hätte es wohl Tatsuko geglaubt wenn sie gesagt hätte Cecil wäre auf einen fliegenden Schwein zu Moé…
Ich weiß nicht mehr wie lange ich da am suchen war, aber der Klingelton meines Handys riss mich aus meinen Gedanken.
Eine fremde Nummer, wer zum-?
„Chirac am Apparat?“, gab ich von mir, kühl abweisend. Wie immer.
„Zo…oé…“, hörte ich Cecil’s stimme, er klang wie kurz vorm weinen.
„Cecil! Endlich! Du hast eine neue Handynummer? Ach egal, sag mir wo du bist!“, nein das war nicht das was ich sagen wollte…
„Bei Moé…“
„Du warst bei ihm? Dieser verlogene Bastard meinte er—“
„Nein, ich bin eben erst gekommen.“
Ich lief wieder Richtung straße, verdreckt und verschwitzt hielt ich ihm am Telefon. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein.
„Ach verdammt… ich renne diesen beschissenen Hügel jetzt noch einmal hoch, und wehe du wartest nicht…“, ich hörte ihn etwas schwerer atmen.
„Rennst du schon?“
„Natürlich!“
„Wieso telefonieren wir dann noch?“
„Weil du dann verschwindest!“
„Ich verschwinde doch nicht…“
„Lass das lieber meine Sorge sein!“
„Zooé… ich muss dir etwas dringendes sagen…“
„Ich hab mich getrennt.“
„Was?“
„Ich hab mich von Ceres getrennt…“
„Wart ihr nicht verlobt?“
„Wir waren sogar ein halbes Jahr verheiratet…“
Ich musste es sagen, alles, nichts mehr hinauszögern. Solange ich mir auch nur einbilde das er wirklich am anderen Ende dieser Leitung ist. Ich lachte. Ich war so glücklich.
Es war so schön, genau wie damals.
„Bitte ich muss es jetzt sagen Zooé!“
„Es tut mir leid.“
„Was?“
„Alles. Es tut mir so leid.“
„Du hast doch gar nichts gemacht!“
„Es war alles meine Schuld…“
„Nein…“
„Bitte verzeih mir…“
„Zooé! Jetzt hör mir endlich zu…“
Noch nie war rennen so anstrengend und gleichzeitig einfach wie jetzt. Es befreite meinen Kopf von dingen die ich bereits beschlossen hatte und mehr.
„Ich liebe dich.“
„Ich liebe dich auch Cecil… ich liebe dich so sehr.“
„Du lügst!!“
„Nein.“
„Warum liebst du mich?“
Die Frage aller Fragen, das Problem das ich seit ich ihn kenne auf den Grund gehen will. Aber wofür es keine konkrete Antwort gab.
„Weil du, du bist. Und weil ich, ich bin.“
Antwortete ich, aber weniger durchs Telefon sondern normal, da ich nur wenige Meter mehr von ihm entfernt stand. In weniger wie 4 Schritten hatte ich diesen Abstand hinter uns gelassen, drückte ihn fest an mir. Er ist echt… er ist so echt…
„Cecil… wie groß du geworden bist… und deine Haare sind so lang…“
„Zooé…“, tränen stiegen auf in Cecil’s Gesicht.
Ich war einfach nur still, lies ihn weinen, strich ihm durch die Haare und versuchte mich selbst davor zu hindern, ihn so fest zu drücken bis ihm die Luft wegbleibt.
Cecil wollte sich bei Bryan bedanken, inzwischen war es schon Abend als wir in die Gegend kamen. Es war mir alles egal. Und wenn Cecil hätte einen Kuhfladen in das Gesicht einer alleinerziehenden Mutter zu werfen.
All das zählte nicht mehr. Da saß ich also, am Steuer, Cecil’s Koffer am Hinteren Sitz, seine Jacke war noch neben mir.
Wie lange war er denn schon da drinnen? Ich weiß ja das Cecil einen Drang hat für lange Reden… aber…
Ich stieg aus meinen Auto, nahm die Pistole mit nur einer Kugel – einer Kugel die für mich bestimmt war aus den Handschuhfach.
Dann ging ich leisen Schrittes in den Wohnblock in dem Cecil reinging.
Ein lautes Geräusch, es reisst mich aus der Konzentration. Mein iPhone. Erneut.
Eine SMS von Elijah:
Bin eben nach Hause gekommen und habe deinen Brief entdeckt. Was soll das heißen dein
Vater soll das Mode Label verkaufen? Und wieso soll ICH das Geld bekommen?
Was ist passiert? Wo ist Cecil?
Ich glaube Anubis und Lukretia hätten es lieber wenn du weiterhin um sie kümmerst.
Und hast du mir nicht gedroht mit einer Kamera meine Hochzeit zu filmen,
da ich sie bestimmt irgendwie verpatzen werde?
Mach nichts dummes Zooé.
Elijah
Den Kopf schüttelnd steckte ich es wieder ein, ich spüre etwas an meinen Hinterkopf: „Sehr gefährlich mit so einen Handy, so teure Kleidung und diesem super Luxuswagen hier zu sein.“, flüsterte eine unbekannte Stimme, ich höre wie die Sicherung einer Waffe gelöst wird.
„Her mit den Schlüssel, dem Handy und all dein Geld!“
Wahrscheinlich hätte ich bis 3 Stunden noch geantwortet das er mich erschießen soll. Aber nicht so. Nicht Heute.
Cecil war immer noch in einen dieser Räume.
Ich rolle schnell auf die Seite, greife nach meiner Waffe.
„Tut mir leid, diese Waffe habe ich gerade in meinen Händen.“
Die dunkle Silhouette des fremden Mannes konnte ich kaum erkennen, seine Konturen verschwammen in der Dunkelheit des Hauses.
„Meine… Waffe?“, welch Ironie.
Welch Ironie, das die Kugel ihrer Bestimmung folgte.
„Das ganze dauert mir zulange.“
Waren die letzten Worte die ich vernahm bevor die Kugel genau das tat wofür ich sie gekauft hatte.
Sie fand ihren Weg in meinen Kopf.
Es tut mir leid, Cecil.