Zooés Version: Happy End

21. August 2010, Comments (4)

Schweiß rinnt mir meinen Nacken hinab, wie viele Runden schon? Vier? Fünf? Vielleicht auch die sechste Runde…
Im Hintergrund läuft meine Lieblingsband mit deren besten Song, tiefe Atemstöße werden abgegeben.
„Zooé, ich kann nicht mehr…“, flüstert meine Partnerin, ihre Stimme ist schon heißer und ihr ist nicht weniger heiß.
Ich beuge mich zu ihren Ohr hinunter: „Das glaubst du dir doch selber nicht mehr…“, ein grinsen dazu und ich setze mich auf, ziehe sie hoch das sie auf meinen Schoß ist.
„Ceres…“, ich weiß nicht genau was für eine Beziehung wir haben, dieses ständige auf und ab, das erste Jahr ging wunderbar haben uns sogar verlobt.
Im zweiten Jahr stritten wir, kamen zusammen, stritten wieder, kamen zusammen, Hochzeit wurde geplant…
„Zooé!! Zooé! Nicht da!!“, meine Hände streichen ihre Hüfte hinab zu ihren Hintern…
Im letzten Jahr haben wir geheiratet, doch unsere Konflikte wurden immer mehr. Irgendwann meinte Ceres das es besser ist aufgegeben, es folgte die Scheidung, und nun sind wir Freunde…
„Aber so magst du es doch ~“, ihre Lippen beben vor Aufregung, das Lied ist auf ‘repeat’ gestellt, und nur Ceres weiß bis jetzt, das diese Band und ganz besonders dieses Lied mich geradezu auffordern meinen Partner… bis es endet…
Jetzt da wir kein Paar sind sondern Freunde, streiten wir kaum mehr, wir haben miteinander Sex reden schlafen essen haben noch mehr Sex und dann geh ich wieder.
Aber es war eine schöne Zeit, da sind wir uns beide einig.
Einige Erfahrungen im Leben reicher geworden…
Ceres ihr Bekanntheitsgrad ist auch ziemlich gestiegen, elende Paparazzo…
Plötzlich, Stromausfall…
Das Lied hört auf, die letzte Runde, dann legen wir uns beide müde auf ihr Bett.
„Ceres…“
„Ja?“
„Deine Brust ist gewachsen… ich stoße nicht mehr gegen deine Rippen wenn ich drauf liege…“
„Ha, dir ist es aufgefallen!“

Sie schien zufrieden zu sein und ich tastete auf ihrer Brust eine Weile, auf der Suche nach Silikon: „Niiiicht…“, quietschte sie entsetzt: „Ich bin noch ganz Wund von vorher…“
Wir sehen uns tief in die Augen und lachen dann leise…

„Wann wirst du Cecil sagen, das du ihn immer noch liebst?“
„Bald… bald…“
„Ihr wisst immer noch nicht wo er sich befindet?“
„Selbst Bryan weiß nicht wo er ist…“
„Hm…“

Am Abend des selben Tages ging ich alles noch einmal durch. Moé war nun hier in Kreta, Cecil und er verstanden sich immer gut. Vielleicht wüsste er wo Cecil ist?
So oder so, für heute war es schon zu spät zu suchen. Morgen würde es losgehen.

Ich saß auf meiner Kirschroten Couch, gegenüber mein großer Flachbildfernseher, Lichter sind aus, durch die großen Fenster kommt das Licht der Stadt hinein. Sonst nichts.
„Zooé?“, Elijah’s Stimme ertönt, der Lift hinter ihm schließt sich wieder und er macht das Licht an: „Wieso sind die Lichter aus?“
„Wieso sollten sie an sein?“
„…“

Er saß sich neben mir und betrachtete den ausgeschalteten Fernseher: „Eine Idee wo Cecil sein könnte?“
„Nein… ich werde morgen zu dem Verlag gehen wo Moé seine Bücher ausschreibt. Wenn einer es weiß dann er.“
Nach einer weiteren Minuten lange Stille dreht er sich zu mir, als hätte er einen Geist gesehen, irgendetwas übernatürliches erlebt.
„Hör mal! Mir ist heute was komisches passiert!“
„Bitte, ich hab keine Lu—“
„Ich hab unseren Erschaffer getroffen!“
„Was?“
„Na der wo uns gestalten hat als Drahtpuppe.“

Mein Blinzeln war wohl aussagend genug, ich drehte mich in seine Richtung, legte meinen Arm über die Couchlehne und wartete das er weiter sprach.

„Er fragte ob er mich reparieren solle. Wegen meinen Auge…“
„Und, hast du ja gesagt?“
„Nein ich will das nicht, aber das war interessant.“
„Und warum?“
„Weil er in meinen alter war.“
„Also waren Thisseas und Erén sogar zu faul die Drähte zu winden aus denen wir bestehen?“

Nun nickte er, schüttelte dann aber auf einmal den Kopf wild: „Du verstehst nicht, so etwas hab ich noch nie erlebt. Er stammt nicht aus dieser Welt, aus dieser Dimension!“
Nun wurde ich wirklich neugierig, aus geheucheltes Interesse wurde echtes und ich zog eine Augenbraue hoch: „Was hat er gesagt? Wie sieht er aus? Wie ist sein Name?“
Elijah wechselte von seiner hyperaktiven ‘Ich bin ein kleiner Junge und hab den Weihnachtsmann gesehen der in Wirklichkeit mein Papa in einen Kostüm ist’ Modus in einen ‘Ich habe eben raus gefunden das es Papa im Kostüm istModus.
„Er fragte… ob Cecil dir bereits etwas mitgeteilt habe…“, so einen finsteren Blick sah ich wirklich selten bei Elijah, vor lauter in eigene Gedanken stecken bemerkte ich erst jetzt das er außer Atem war, Schweißperlen von der Stirn tropften als sei er in den 24. Stockwerk hoch gerannt als den Lift zu nehmen: „Weil Cecil ersetzt werden soll.“
„Ersetzt?!“
„Er sprach das so emotionslos aus, er meinte Cecil sei nur eine Skizze seines Kunstwerkes, und er würde ersetzt werden durch das fertige Produkt…“

„Sind wir Gegenstände oder was?“, es war nicht Elijah’s Schuld, dennoch konnte ich meinen eigenen Zorn nicht im Zaum halten, dennoch brauchte ich klare Gedanken um zu handeln: „Lass dir nicht alles einzeln aus der Nase ziehen. Sprich weiter.“
Elijah schüttelte den Kopf.

„Ich hab ihn gesehen… diese Hülle die Cecil’s Platz einnehmen soll… er ist ungefähr 178 cm groß, gebräunt, sehr männlich und seine Augen sind ausgebleicht. Anscheinend ist er in all der Zeit gerostet aber sobald er Cecil’s Seele habe… ‘Erschaffer’ hat graue Augen, Violette Haare und heißt…“
„Andrej.“
„Du kennst ihn?“
„Ja… Andrej… Andrej hat uns erschaffen, uns gestaltet und designet?“

Mir wurde schlecht, er schien immer ein harmloser Zivilist zu sein, unbeholfen und zurück gezogen bis ins das hinterste Eck der Seele.
Aber anscheinend kümmerte er sich nicht um das Leben. Um Gefühle anderer Menschen.
Vielleicht war er sogar ein Misanthrop.

Da fällt mir ein. Von Andrej gab es gar keine ‘weibliche Antwort’ hier in dieser Realität.
Ich reibe mir nachdenklich mit den Finger über mein Kinn: „Ich muss wissen wo Moé steckt!“, mein iPhone das auf den Couchtisch vor mir stand wurde schnell genommen aber Elijah packte meine Hand: „ich weiß wen besseren, ich weiß zu wem wir müssen um zu Cecil zu kommen.“
Sein Blick war schelmisch, und wir beide verstanden uns auch ohne Worte.

„Tatsuko.“, gaben wir beide synchron ab.
„Du willst wissen wo Moé ist?“, fragte sie mich ungläubig: „Ich kann dir auch sagen wo Cecil ist.“, lächelte mich Tatsuko an als ich vor ihrer Türe stand.
„Dann sag mir beides.“, warum ich beides wissen wollte wusste ich nicht.
„Moé’s Adresse schreib ich dir gleich auf, und Cecil lebt bei mir seit einiger Zeit.“, sie strahlte mich an wie eine frisch polierte Münze: „Er wird mich bald heiraten, weißt du? Und dann bekommen wir viele kleine Kinder und werden nach Japan wieder ziehen dort werde ich-“
Ein kräftiger Schlag knapp an ihren Kopf vorbei in die Türe lies sie verstummen: „Gib mir die Adresse…“

Wenn Elijah es richtig verstanden hatte, würde Andrej Cecil’s Seele austauschen sobald er mir etwas gesagt hat. Das heißt ich müsste erst diese Puppe finden.
Und sie zerstören.
Erst dann, erst dann könnte ich Cecil ins Gesicht blicken… und sagen was ich fühle und denke.
Ich vertraute also darauf das Elijah mit Odina zusammen ihn finden würden und mich rechtzeitig anrufen würden. Es dauerte auch keine 5 Minuten und Tatsuko kam mit der Notiz von Moé’s geheimen Standort. Warum sie wohl wusste wo Moé ist? Ob sie ihn selber auch brauchte? Vielleicht hatte Cecil sie darum gebeten.

„Danke.“, genau in diesen Moment klingelte mein iPhone, kurz abgenommen und schon hörte ich Odina’s Stimme: „Wir waren in den Café wo Elijah gestern war, laut dem Kellner sind die zwei die du suchst im selben Hotel wie du.“
Dann legte sie auf.
Ich verdrehte meine Augen, ich hatte schon einmal Elijah meine schwarze Kreditkarte gegeben, irgendwie scheint das Odina zu riechen und ich konnte jetzt schon mit einer großen Abrechnung rechnen die irgendetwas mit ihrer Hochzeit zu tun hatten.
Im selben Hotel wie ich also…
In dem Hotel meines Vaters…
Wie Klug… wo würde man denn als letztes suchen? In seinen eigenen Revier…

Dadurch das ich der Sohn des Besitzers war, wurde mir sofort gesagt in welchen Raum ich Andrej fand. Andrej und diese Puppe.
Wie noch einmal? Gebräunt, rote Augen… nein ausgebleichte Augen… 178 cm groß…

„Es ist aber nur eine Person, mein Herr.“
„Eine Person? Name? Aussehen?“
„Helle Haare, Cecil Irvine Minerva.

Cecil? Oh Gott… Cecil ist bereits… aber das ist doch nicht möglich… wir haben!
„Sind Sie sich sicher? Pass? Alles geprüft?“
„Ja mein Herr, er ist V.I.P Bereich.“
„SCHEISSE VERDAMMTE!“

Die Blicke auf den Franzosen der rumflucht ignorierend rannte ich die Treppen hoch. In den 12. Stock rennen war keine gute Idee.
Nicht weil ich weniger Energie bekam, eher mehr, ich musste zurückdenken an Cecil. An sein lachen, wie seine Lippen schmecken, an den traurigen Gesichtsausdruck als ich ihm verlassen hatte als er uns am meisten brauchte.
Als ich ihm die Liebe in den Moment verweigerte als er sie am wenigsten, aber am meisten gebraucht hatte.
Und so ist es nun vorbei? Kein Abschied? Kein dramatisches zusammen kommen? Er ist einfach so aus meinen Leben verschwunden?
Ein Tritt und die Türe flog aus ihren Angeln.
Da saß er, auf einen Sessel, leblos gerade aussehend. Als wäre er nichts weiter wie eine sehr realistische Puppe.
„Du bist nicht Cecil!“
„Mein Name ist Cecil. Ich bin 17 Jahre alt.“
„NEIN DU BIST NICHT CECIL!“

Meine Hände zu Fäuste geballt sah ich mich um, an den kleinen Tisch neben den Eingang war eine dekorative Vase die mindestens 800 € teuer ist.
Als ich sie zerschlug nicht mehr.

„Mein Name ist Cecil. Ich bin 22 Jahre alt. Meine Eltern sind Simone und Alexandro Minerva. Mein Vater ist ein Halbjapaner, meine Mutter ist Griechin. Ich gehe in der Ak Universität und studiere—“, sprach er in einen emotionslosen Ton, als würde man ein Tonband aus den vorigen Jahrhundert abspielen.
„HALT DEIN MUND! HALT DEINE VERDAMMTE FRESSE!“, ein Schlag in sein Gesicht warf ihn aus der Couch, er stand auf und wischte sich kurz darüber.
„… ich bin mit Tatsuko Takimoto zusammen und–“, in der linken Hand hatte ich die eine Hälfte meiner Vase, dessen scharfen Kanten ich seine Wange aufschnitt bis zu seinen Ohr: „Du bist nicht Cecil! Du bist nicht Cecil!!“, ein verzweifelter Ton.
Cecil…
Ein Sprung auf ihn das er unter mir liegt, meine Fäuste hören nicht auf in sein Gesicht zu schlagen…
Cecil…
Das Drahtgewinde ist zu sehen, diese Puppe die du sein sollst redet weiter, immer weiter…
Cecil…Ich bin einfach zu langsam…
Noch nie schmerzten meine Fingerknöchel so sehr, sie selbst sind nun leicht abgeschabt mit der Haut so das man mein Drahtgewinde sieht.
Ich habe versagt… ich bin ein Versager…
Meine Hände schließen sich langsam um den Hals dieses etwas, meine Augen werden nass so das ich ihn kaum mehr erkenne: „Du sollst ein Kunstwerk sein? Ja du bist ein Schönling…“
Schüttelte den Kopf, mein Griff wird fester.
„Deine Haut ist zart und dein Haar glänzt…“
Meine Knie bohren sich in seine Hüfte, wäre er ein Mensch hätten seine Knochen nachgegeben.
„… und du bist wirklich männlich…“
Aber…
„… aber du bist nur eine Puppe. Du bist nicht Cecil. Du wirst niemals Cecil sein… und niemand kann mir Cecil ersetzen. Nicht einmal Ceres…“
Wieso sage ich das?
„Cecil..? Hörst du mich? Ich kenne mich nicht aus… aber falls du das hörst…“
Das Drahtgewinde verbiegt sich unter meinen Händen, er röchelt nach Luft.
„Ich komme nach… versprochen… ich werde nur ein paar Dinge hier erledigen… dann komm ich nach… ich lass dich nie mehr alleine.“
Das Drahtgewinde reißt, es schneidet tiefe blutige Lippen in mein Fleisch, der Schmerz ist mehr wie ein Taubheitsgefühl.
Er schrumpft zusammen, und aus der Lebensgroße Puppe wird eine 13 cm große Puppe. Ein Drahtgestell.
„… das war meine Strafe, oder Gott? Cecil musste sterben… um mich zu bestrafen, weil ich Schuld bin an den Tod meines Bruders… weil ich meine eigene Mutter umgebracht habe… weil ich selber Gott gespielt habe und nicht auf Michael gehört habe und zurück ging.“

Es war das erste mal seit vielen vielen Jahren, das ich spürte, wie es sich anfühlt wenn heiße Tränen einen über die Wangen laufen.
„Was machst du denn hier?“, wurde ich begrüßt von Tatsuko am nächsten Tag.
„Ich war eben beim Notar, ein paar Dinge erledigen. Habe mich von meiner Schlange verabschiedet und muss dir noch etwas sagen.“, ich stehe wieder an der Türe. Mein Gesicht eingefroren wie immer.
„Cecil… es geht um Cecil… Cecil und ich werden verschwinden… zusammen… das aus deiner Hochzeit wird nichts mehr. Und selbst du wirst uns nicht mehr finden können.“, ja Cecil… Cecil ist bereits tot, sein Drahtgestell ist in meiner Jackentasche.
Unsere Leichen wird nie jemand finden und als diese erkennen können.
„Was?“, flüsterte sie sprachlos.
„Wie ich bereits sagte…“

Sie schüttelte ihren Kopf: „Aber ich hab ihn eben noch ins Taxi steigen sehen… ich habe ihn zu Moé geschickt damit er…
Cecil… ich kam nicht zu spät… Cecil lebt noch!!
So schnell mich meine Beine tragen konnten war ich in meinen schwarzen Auto, die Wegbeschreibung zu Moé war immer noch in den Handschuhfach.

Es war wirklich ein Wunder… das ich unterwegs keinen einzigen Autounfall hatte…

Der Hügel hinauf war mir zu Gefährlich für mein Auto, und eindeutig zu schmal für diese Breitenklasse, also durfte ich erstmal hochlaufen.
Cecil lebt. Und diese Puppe ist tod.
Moment…
Ich nahm das kleine Drahtgestell heraus das ich noch vor kurzer Zeit für Cecil hielt und warf sie so weit es ging in den tiefen des Waldes.
Ein paar Tiere wurden aufgescheucht und als ich endlich an den Haus ankam starrte ich nicht schlecht. Eine Skiblockhütte…
„Zooé?!“, wurde ich empfangen, ein breites perverses grinsen zierte sein Gesicht: „Komm ruhig rein.“
„Ich will zu Cecil.“
Sein grinsen verschwand wieder, er verdrehte seine Augen: „Ich weiß nicht von was du sprichst.“
„Aber Tatsuko meinte das Cecil unterwegs zu dir sei…“
„Nein, tut mir leid. Kein Cousin da.“

Hatte Tatsuko mich angelogen? Vielleicht wollte sie ja verhindern das ich mich mit ‘Cecil’ treffe.
Aber das würde heißen…
Und schon durfte ich den Waldboden nach einer Drahtpuppe absuchen.
Ich war einfach überwältigt von diesen Gedanken… ich hätte wohl jedem geglaubt. Ich hätte es wohl Tatsuko geglaubt wenn sie gesagt hätte Cecil wäre auf einen fliegenden Schwein zu Moé…
Ich weiß nicht mehr wie lange ich da am suchen war, aber der Klingelton meines Handys riss mich aus meinen Gedanken.
Eine fremde Nummer, wer zum-?

„Chirac am Apparat?“, gab ich von mir, kühl abweisend. Wie immer.
„Zo…oé…“, hörte ich Cecil’s stimme, er klang wie kurz vorm weinen.
„Cecil! Endlich! Du hast eine neue Handynummer? Ach egal, sag mir wo du bist!“, nein das war nicht das was ich sagen wollte…
„Bei Moé…“
„Du warst bei ihm? Dieser verlogene Bastard meinte er—“
„Nein, ich bin eben erst gekommen.“

Ich lief wieder Richtung straße, verdreckt und verschwitzt hielt ich ihm am Telefon. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein.

„Ach verdammt… ich renne diesen beschissenen Hügel jetzt noch einmal hoch, und wehe du wartest nicht…“, ich hörte ihn etwas schwerer atmen.
„Rennst du schon?“
„Natürlich!“
„Wieso telefonieren wir dann noch?“
„Weil du dann verschwindest!“
„Ich verschwinde doch nicht…“
„Lass das lieber meine Sorge sein!“
„Zooé… ich muss dir etwas dringendes sagen…“
„Ich hab mich getrennt.“
„Was?“
„Ich hab mich von Ceres getrennt…“
„Wart ihr nicht verlobt?“
„Wir waren sogar ein halbes Jahr verheiratet…“

Ich musste es sagen, alles, nichts mehr hinauszögern. Solange ich mir auch nur einbilde das er wirklich am anderen Ende dieser Leitung ist. Ich lachte. Ich war so glücklich.
Es war so schön, genau wie damals.

„Bitte ich muss es jetzt sagen Zooé!“
„Es tut mir leid.“
„Was?“
„Alles. Es tut mir so leid.“
„Du hast doch gar nichts gemacht!“
„Es war alles meine Schuld…“
„Nein…“
„Bitte verzeih mir…“
„Zooé! Jetzt hör mir endlich zu…“

Noch nie war rennen so anstrengend und gleichzeitig einfach wie jetzt. Es befreite meinen Kopf von dingen die ich bereits beschlossen hatte und mehr.

„Ich liebe dich.“
„Ich liebe dich auch Cecil… ich liebe dich so sehr.“
„Du lügst!!“
„Nein.“
„Warum liebst du mich?“
Die Frage aller Fragen, das Problem das ich seit ich ihn kenne auf den Grund gehen will. Aber wofür es keine konkrete Antwort gab.

„Weil du, du bist. Und weil ich, ich bin.“

Antwortete ich, aber weniger durchs Telefon sondern normal, da ich nur wenige Meter mehr von ihm entfernt stand. In weniger wie 4 Schritten hatte ich diesen Abstand hinter uns gelassen, drückte ihn fest an mir. Er ist echt… er ist so echt…
„Cecil… wie groß du geworden bist… und deine Haare sind so lang…“
„Zooé…“, tränen stiegen auf in Cecil’s Gesicht.
Ich war einfach nur still, lies ihn weinen, strich ihm durch die Haare und versuchte mich selbst davor zu hindern, ihn so fest zu drücken bis ihm die Luft wegbleibt.
Cecil wollte sich bei Bryan bedanken, inzwischen war es schon Abend als wir in die Gegend kamen. Es war mir alles egal. Und wenn Cecil hätte einen Kuhfladen in das Gesicht einer alleinerziehenden Mutter zu werfen.
All das zählte nicht mehr. Da saß ich also, am Steuer, Cecil’s Koffer am Hinteren Sitz, seine Jacke war noch neben mir.
Wie lange war er denn schon da drinnen? Ich weiß ja das Cecil einen Drang hat für lange Reden… aber…
Ich stieg aus meinen Auto, nahm die Pistole mit nur einer Kugel – einer Kugel die für mich bestimmt war aus den Handschuhfach.
Dann ging ich leisen Schrittes in den Wohnblock in dem Cecil reinging.
Ein lautes Geräusch, es reisst mich aus der Konzentration. Mein iPhone. Erneut.
Eine SMS von Elijah:

	Bin eben nach Hause gekommen und habe deinen Brief entdeckt. Was soll das heißen dein
        Vater soll das Mode Label verkaufen? Und wieso soll ICH das Geld bekommen?
        Was ist passiert? Wo ist Cecil?
        Ich glaube Anubis und Lukretia hätten es lieber wenn du weiterhin um sie kümmerst.
	Und hast du mir nicht gedroht mit einer Kamera meine Hochzeit zu filmen,
        da ich sie bestimmt irgendwie verpatzen werde?
	Mach nichts dummes Zooé.
Elijah

Den Kopf schüttelnd steckte ich es wieder ein, ich spüre etwas an meinen Hinterkopf: „Sehr gefährlich mit so einen Handy, so teure Kleidung und diesem super Luxuswagen hier zu sein.“, flüsterte eine unbekannte Stimme, ich höre wie die Sicherung einer Waffe gelöst wird.
„Her mit den Schlüssel, dem Handy und all dein Geld!“
Wahrscheinlich hätte ich bis 3 Stunden noch geantwortet das er mich erschießen soll. Aber nicht so. Nicht Heute.
Cecil war immer noch in einen dieser Räume.

Ich rolle schnell auf die Seite, greife nach meiner Waffe.
„Tut mir leid, diese Waffe habe ich gerade in meinen Händen.“
Die dunkle Silhouette des fremden Mannes konnte ich kaum erkennen, seine Konturen verschwammen in der Dunkelheit des Hauses.
„Meine… Waffe?“, welch Ironie.

Welch Ironie, das die Kugel ihrer Bestimmung folgte.
„Das ganze dauert mir zulange.“
Waren die letzten Worte die ich vernahm bevor die Kugel genau das tat wofür ich sie gekauft hatte.
Sie fand ihren Weg in meinen Kopf.

Es tut mir leid, Cecil.

Version 1.0: Happy End (3/3)

14. August 2010, Comments (3)

!!! Anm.: Die ganze Geschichte wird noch einmal aus Zooé seiner Perspektive erzählt. Cecil seine Perspektive endet also hier!

Alles schwarz.
Wo bin ich?
Mein Kopf dröhnt.
Wo bin ich?
Gewaltige schmerzen in jeder Faser meines Körpers.

Da ist etwas warmes bei meinen Füßen?
Die Augen werden geöffnet, große dreckig-gelbe Fließen erstrecken sich unter meinen Füßen.
Blut, eine Menge Blut. Blutspritzer überall. Verfolgt man die Blutspritzer dann…
„BRYAN!“, ausgeweidet, seine Eingeweide lagen auf den Boden, sein Gesicht in eine andere Richtung gedreht so das ich es nicht sehen konnte.
Tränen stiegen auf.
Weiter vorne waren auch meine zwei anderen Mitbewohner, erschossen.
„Was ist hier los? Warum..?“, explodierender Schmerz in meinen Kiefer, eine Faust traf mich so heftig das ich um meine Zähne fürchtete: „KLAPPE! WO IST ES?!“
„Wo… ist was?“, versuchte ich so gut es ging zu fragen.
„Na das Kokain du Volldepp!“
„Kokain?“, erneut traf mich eine Faust, diesmal Front, zu unerwartet, ich biss mir einen großen Teil meiner eigenen Zunge ab.
Tränen zieren mein Gesicht, der Schmerz raubt mir fast mein Bewusstsein, ich bin nicht mehr in der Lage meine Peiniger zu sehen.
Alles verschwommen.
„Er ist doch der geliebte von Bryan!“
„Ja das ist er, eindeutig, er hat das Glasauge mit den Satansstern.“
„Jetzt kann er uns sowieso nichts mehr sagen…“

Zooé… wo ist Zooé?
Ach richtig… er wartet auf mich…
Zooé liebt mich… er liebt mich wie ich bin.
Er hat mich immer geliebt.
„Du nimmst also gerne Drogen die gestohlen sind, was?“
„Wie schmeckt dir dann das?!“

Meine Nase wird mir zugehalten – wobei es überflüssig wäre – denn ich schluchze vor schmerzen so sehr, das durch die Nase atmen nicht mehr möglich war.
Ich sah nicht was sie mir in den Mund taten, ich schmeckte nicht was sie mir in den Mund taten.
Was es auch war, es war viel, sehr viel, und das was sie mir hinterher schütteten an flüssiges war Alkohol.
Es brannte… es brannte so sehr.
Dieser Schmerz…
Schlucken… einfach nur schlucken…

Ich werde sterben… ich werde tatsächlich heute sterben…
Hätte ich gewusst das ich heute sterbe…hätte ich Moé gesagt wie sehr ich ihn lieb habe… ich hätte meinen Papa angerufen und ihm erzählt was passiert ist… ich hätte Zooé gedankt für alles was er mir je getan hat…
Meine Arme versuchte ich hysterisch schreiend auseinander zu bekommen, aber es ging nicht. Dicker, breiter Klebeband vereitelte mir jegliche Bewegung.
Schreie, ich schreie, zappele auf den Stuhl auf dem ich sitze, die Stimmen sind verschwunden.
Schmerz… soviel Schmerz…
Zooé.
Mein Körper brennt als würde ich in Flammen stehen, er zittert wild, Krämpfe bilden sich in meinen Muskeln und drücken meine Finger in die entgegen gesetzte Richtung bis sie brechen.
Der Stuhl kippt um, mit den Gesicht in die Fließen.
Alles schmerz…
Alles schwarz…

– Story Part Cecil: Fin -

Version 1.0: Happy End (2/3)

13. August 2010, Comments (3)

Es war eine langes Unterfangen, Frage und Antworten zu stehen, aber letzten Endes verschränkte Moé nur seine Beine, lehnte sich zurück und sah zur Decke: „So ist das also.“,
„Ja…“, seine Neutralität gegenüber dieser Infos beeindruckte mich, schließlich flüsterte ich leise: „Du hast auch etwas übernatürliches erlebt, hab ich recht?“
Er sah mich an und schaute dann verwirrt: „Gegen das kann es nicht mithalten… aber das ist lange her…
Sein Glastisch war hinüber: „Weißt du wie ich das gemerkt habe?“, lächelt ihn an: „Ich hatte eine Prügelei… während Tatsuko auf mich aufgepasst hat…“, meine Finger spielten nervös mit einen Stück Papier das sich in meine Hand verirrte hatte…
„Mit Bierflaschen wurde auf mich geschlagen, mit Messer ging man auf mich los zu dritt, viert oder gar zu fünft – ich habe nicht gezählt…“, ich sah hoch in seine Augen die mich überrascht anstarrten: „Sie waren besiegt… ein Paar rannten weg als sie diesen Draht sahen…“, kurzer spöttischer Lacher: „Dann stand ich da, unter einer Straßenlaterne, es war so dunkel das man kaum 3 Meter sehen konnte, dann kam ein Regenschauer, er wusch mein Blut weg und heilte meine Wunden.“
Mein lachen wurde komisch – aber ich hatte keinen Einfluss darauf: „Sie hat’s gesehen, Tatsuko hat gesehen WAS ich getan habe, WAS ich bin… sie stand da mit ihren Regenschirm, sah mir tief in die Augen und meinte“

„Lass uns nach Hause gehen.“

Moé grinste auf einmal und setzte sich neben mich: „Du liebst sie aber nicht.“
„Nein, ich wünschte ich könnte…
„Du liebst sie nicht weil du Schwul bist…“
„Ja…“
„Du liebst sie nicht weil du bereits verliebt bist.“
„…Ja“
„Du bist in Zooé verliebt.“
„…“

Moé, er selbst war seit einen ‘One Night Stand’ auf Zooé fixiert, keine Liebe, aber er liebte den Sex mit ihm…
Aber letzten Ende…

„Cecil. Ich hab ihn getroffen.“
„Du hast Zooé getroffen?“

Mein Blick war vergleichbar als hätte Moé Regenbogen-farbende Haare und ein Hippie Shirt an: „Du hast… was hat er gesagt?“
Nun trank er den letzten Schluck seines Kaffees: „Das er dich sucht, dass er dir dringend was sagen muss… du hast ihn eben verpasst.“
JETZT starrte ich erschrocken: „UND DAS SAGST DU MIR ERST JETZT?“
„DU MUSSTEST JA DEINE HAND IN MEINEN GLASTISCH SCHLAGEN!“
„ES WAR DER ELLENBOGEN!“
MIR DOCH EGAL UND SCHREI MICH NICHT AN!“
„ICH—-“

Ich rannte schnell zum Ausgang, zog mein Handy heraus und wählte Zooé seine Nummer.
Ich kannte sie auswendig.
Weder meine eigene… noch die meiner anderen Freunde.
Obwohl Dinge…Zahlen zu merken leicht sind.
Ich kann nur Zooé seine…
Und ich habe all diese Zeichen zu spät bemerkt.

„Chirac am Apparat?“, da war sie… Zooé seine Stimme.
„Zo…oé…“, musste mich selbst davon abhalten zu weinen.
„Cecil! Endlich! Du hast eine neue Handynummer? Ach egal, sag mir wo du bist!“
„Bei Moé…“
„Du warst bei ihm? Dieser verlogene Bastard meinte er—“
„Nein, ich bin eben erst gekommen.“

Mich selbst davon abzuhalten zu lächeln war nicht möglich, ich fühlte mich auf einmal unglaublich lebendig, glücklich.
Es war wieder wie damals.

„Ach verdammt… ich renne diesen beschissenen Hügel jetzt noch einmal hoch, und wehe du wartest nicht…“, ich hörte ihn etwas schwerer atmen.
„Rennst du schon?“
„Natürlich!“
„Wieso telefonieren wir dann noch?“
„Weil du dann verschwindest!“
„Ich verschwinde doch nicht…“
„Lass das lieber meine Sorge sein!“
„Zooé… ich muss dir etwas dringendes sagen…“
„Ich hab mich getrennt.“
„Was?“
„Ich hab mich von Ceres getrennt…“
„Wart ihr nicht verlobt?“
„Wir waren sogar ein halbes Jahr verheiratet…“

Sein lachen das ich so vermisst hatte ertönte.

„Bitte ich muss es jetzt sagen Zooé!“
„Es tut mir leid.“
„Was?“
Alles. Es tut mir so leid.“
„Du hast doch gar nichts gemacht!“
„Es war alles meine Schuld…“
„Nein…“
„Bitte verzeih mir…“
„Zooé! Jetzt hör mir endlich zu…“

Nun war die Stille… ich starrte die Erde zu meinen Füßen an, meine Schuhspitze spielte mit einen Tannenzapfen der vom Regen ganz aufgeweicht war.
Selbst der Wald war leise, all diese typischen Geräusche nahm ich nicht mehr war.

„Ich liebe dich.“

Es war weiter still, im Hintergrund konnte ich wieder die typischen Wald Geräusche hören, auch bei Zooé.

„Ich liebe dich auch Cecil… ich liebe dich so sehr.“

Stille überkam uns beiden, meine Hände zitterten. Wieso sagt das Zooé? Ich hab soviel falsch gemacht, ihn solange verletzt.
Ich war schrecklich zu ihm!“

„Du lügst!!“

Wieso sag ich das? Zooé macht solche scherze nicht, diese drei Wörter kann er nicht einmal aussprechen wenn es in einen Theater Stück wäre.

„Nein.“

Wieso tu ich das? Wieso verletze ich ihn wieder? Weshalb kann ich nicht einmal das Glück annehmen… so wie früher.

„Warum liebst du mich?“

WIESO? WARUM MUSS ICH ALLES IN FRAGE STELLEN?! WIESO KANN ICH KEIN MENSCH SEIN? WARUM MUSS ICH EINE DRAHTPUPPE SEIN? WIESO BIN ICH DER VERBUGGTE BETA TEIL UND WESHALB ZUR HÖLLE—

„Weil du, du bist. Und weil ich, ich bin.“

Die Zeit blieb stehen, die Wörter die ich immer hören wollte. Ich sah auf, da stand Zooé, verschwitzt, er atmete schwer, sein teures Smartphone lies er fallen, starrte mich nur wenige Sekunden an.
Große schnelle Schritte in meine Richtung, in weniger als 4 Schritten hatte er die 10 Meter die uns trennten hinter sich gelassen, er zog mich in die Arme, drückte mich so fest es ging.

„Cecil… wie groß du geworden bist… und deine Haare sind so lang…“, Zooé hatte schon immer die Eigenschaft zu duften wie frisch gehacktes Holz – dessen Geruch ich liebe – und hier im Wald wurde es nur noch angenehmer.
„Zooé…“, tränen stiegen auf, und ehe ich mich versah fing ich an zu weinen. Nicht vor Freude, oder vor Trauer.
Es war einfach weinen.
Und es war so erleichternd.
Zooé wie immer, still, streichelte mich, schenkte mir die Liebe die ich brauchte.
Wie früher…

„Ich hab ihn umgebracht, Cecil…“
„Wem?“
„Version 1.0“
„Woher weißt du?“, ich sah hoch zu ihm, tränen verschmiert aber immer noch glücklich.
„Es war alles reinster Zufall…ich erzähle es dir später…“

Moé beobachtete uns beide und verdrehte die Augen: „Sowas kitschiges, ihr seit der Alptraum eines jeden Autoren…“, er deutete auf meinen Koffer: „Das heißt du bleibst doch nicht hier?“
„Ich… weiß nicht.“
„Natürlich bleibt er nicht bei dir! Cecil wohnt jetzt bei mir.“, Zooé drückte mich so fest an sich das ich für einen Moment Problem zu Atmen hatte.
„O…okay!“, verlegen nahm ich meinen Koffer und Zooé ging mit mir Hand in Hand den Hügel hinunter.
„Ich muss noch zu Bryan, ich hab dort was wichtiges vergessen.“, lachte ich ihn an.
„Was ist so wichtig das du unseren ersten Sex hinauszögern möchtest?“
„Ich hab Bryan noch nicht gedankt…“

Er schien was sagen zu wollen, verkniff es sich aber mir zuliebe.
Das war alles zu schön um wahr zu sein…
… das war alles zu schön um wahr zu sein …

Version 1.0: Happy End 1/3

10. August 2010, Comments (4)

Anmerkung: Das was hier von Moé lest, spielt im selben Setting wie 3 Jahre nach der TSR Story =)

Es war kurz bevor ich mit Bryan Schluss gemacht hatte:

Müde und sehr schleifenden Schrittes kam ich aus den 24 Stunden offenen Discount Laden mit Essen für das Wochenende, die Sonne war noch nicht über den Horizont so das die Stadt mir grauer denn je vorkam.
Vöglein zwitscherten, deuteten darauf das es Morgen früh ist, kein einziger Mensch noch auf der Straße und vereinzelt fuhren Zeitungsmänner oder sonstige auf ihren Fahrrädern an mir vorbei.
Ich starrte auf den Boden, direkt nach der Arbeit von der Bar in den Discount und nun nach Hause. Für einen Bus hatte ich kein Geld mehr, und es lohnte sich auch nicht darauf zu warten.
Je näher ich Bryans Wohnung kam desto eher verringerte sich die Qualität der Gebäude und die Ruhe, hier und da bellten und Hunde und die Nachbarn schrien zu den Besitzer derjenigen.
Ein Schatten fällt auf mich.
Mein Blick trifft einen jungen Mann, er hat einen leichten Latino Hauttyp, helle Haare so wie ich es hatte, und seine Augen waren wohl einmal Rot, jetzt wirkten sie dunkel und etwas ausgebleicht.
Zu Müde um mich weiter um diesen Passant zu kümmern ging ich an ihn vorbei.
Ein Schlag wirft mich in eine enge Gasse auf einen metallenen Müllkübel der unter der Wucht meines Aufpralls sich verbeult.
„WAS SOLL DER SCHEISS?!“, leicht benommen steh ich auf, ohne eine Miene zu verziehen drückt mein Gegner mir die Kehle zu, er hebt mich dabei etwas hoch das ich mit meinen Füßen mich nur knapp abstützen kann.
Er schneidet mir die Luft ab.
Mir wird langsam schwindelig.
All die Tritte nützen nichts…
Ich kralle mich in sein Fleisch aber er lässt nicht los.
Kurz bevor ich glaube zu sterben höre ich eine Stimme: „Lass ihn los V Eins Punkt null.“
V eins Punkt null?
V1.0?
Unsanft falle ich zu Boden.
Ringe nach Luft, vor mir steht Erén, er tätschelt meinen Kopf.
Mein Sportlehrer. Mein Vertrauenslehrer.
Mein Erschaffer.
Während er mich tätschelt umströmt mich Sauerstoff und ich fühle nur noch diesen Druck des Druckes an meinen Hals.

„Cecil, es gibt da etwas das ich dir sagen muss.“, begann Erén, sein Blick war neutral, Emotionslos, als würde man über das Wetter reden, das Regen nass ist oder das Haie keine Vegetarier sind: „Du weißt doch, du und deine Freunde, ihr seit in Wirklichkeit Drahtpuppen.“
Ich nickte, saß immer noch auf den Boden, tastete mit meinen Händen nervös in meinen Gesicht, während Erén weitersprach: „Naja, die Sache ist die, von dir gab es zwei Drahtpuppen Versionen, die erste Version war total verbuggt, also machte der Ersteller eine zweite. Doch… uns ist ein Fehler unterlaufen. Und haben dir das Leben geschenkt, nicht ihm.“, Erén zeigte auf den Jungen der mich eben erwürgen wollte. Er starrt mich so Seelenlos an.
„Was?“, flüstere ich, ein Knoten im Hals, Tränen steigen auf: „Heißt das, ich bin ein Defekt? Ich bin nichts weiter wie eine wandelnde Beta in diesen Leben?“, die Worte auszusprechen tat mehr weh wie sie zu denken, dicke Tränen kullern meine Wangen runter, meine Stimme versuch ich mit aller Macht zu unterdrücken.
„Ja.“, Erén zeigt erneut auf V1.0 und lächelt dann kurz: „Und der Ersteller der Drahtpuppen will das wir deine Seele nun in ihn verfrachten.“
Er sagt das alles so Selbstverständlich.
Aber endlich wird mir alles klar.
Ich bin nichts weiter wie ein wandelnder Bug.
Ein Fehler auf zwei Beinen.
„Und leider bekommt er nur durch erwürgen deine Seele so…“, er klopft auf meine Schulter als würde das mich aufmuntern.
„Okay… aber ich hab eine bitte.“, ich drehe meinen Kopf zu Erén und sieh ihn lange an: „Ich muss jemanden etwas wichtiges.“
Er zeigt mit den Zeigefinger auf mich als hätte er eine Waffe in der Hand: „Abgemacht.“, dann stand Erén auf und V1.0 folgte ihm.
Ein Bug.
Ein Bug.
Ich bin ein Bug.
Mein ganzes Leben ist nichts weiter als ein großer Fehler.
Ich weiß nicht wie lange ich in dieser Gasse saß, aber das gekaufte Eis war aus geronnen, hatte sich über das Brot und die Milch ging kaputt bei den kurzen Kampf.
Eine Woche später trennte ich mich von Bryan.

Tatsuko sah mich lange an, sie wirkte besorgt und meinte eine Woche vor Weihnachten:
„Du solltest Moé mal besuchen!“, dann lachte sie und packte meine Koffer bevor ich etwas zu dieser Entscheidung sagen konnte.
Moé war mein Cousin, ich bin mit ihm aufgewachsen…
Als ich zehn Jahre alt war und er Zwölf spielten wir >Flaschen drehen< mit seinen beiden Schwestern, er hatte mir kurz danach verraten das seine 14 Jährige Schwester mich süß fand und mich küssen wollte.
Doch die Flasche drehte sich nicht zu ihr sondern zu Moé.
Ich verlor meinen ersten Kuss an ihm.
Es war seltsam, ab diesen Moment wussten wir wohl beide das wir auf Männer stehen.
Doch Moé hat es einfacher.
Moé ist Bi.
Er war auch immer beliebt bei den Mädchen…
Zu weit vom Thema abgeschweift, es tut mir leid.

Kurz nachdem Mike mit mir Schluss gemacht hatte tauchte Moé bei uns auf, ist von Japan abgehauen mit seinen Professor, mehr hat er uns nicht verraten.
Zu der Zeit als ich immer seltener Zuhause war zog er aus, er ist inzwischen ein erfolgreich Autor, doch sein Aufenthalt ist unbekannt.
Viele Journalisten wollen diesen mysteriösen Autor mal interviewen.
Hehe.

Der Gedanke Moé zu besuchen machte mich echt ein bisschen fröhlich: „Aber ich weiß doch gar nicht wo er aktuell lebt…“
Tatsuko starrte mich nun an, als wäre ich ein pinker Elefant der Doppelschwänzig ist und auf dessen Rücken ein Schildkrötenpanzer ist.

„Also du solltest mich schon kennen. Immerhin bin ich Stalkerin!“
„Du bist… ich meine warst MEINE Stalkerin.“
„Siehst du?“
„Schön wie toll du dazu stehst.“
„Wozu verheimlichen?“

Und da saß ich schon, im Taxi unterwegs zu Moé, tief im Wald vergruben.
Ein Tapetenwechsel würde mir gut tun… oder?
Eine ehrliche Seele, jemand der mein jämmerliches Leben mir unter die Nase reibt…
Bis ich daran ersticke…
Doch keine gute Idee, bevor ich dem Taxifahrer sagen konnte er soll umdrehen waren wir auch schon da.
Gehirn hat zulange gebraucht um schalten.
Verdammt.
Es war eine kleine Blockhütte, aber schön… schlicht und schön.

„N… ich meine Moé!“, rief ich und klopfte an der Tür.

„Du bist nicht Hailey!“
„… Ich bins… Cecil!“
„Sag ich doch!“
„Mach schon auf.“
„Nein!“
„BITTE.“
„Nein!“
„Moooooéeeeeeeee…….“

Gegen Ende klang ich recht jammernd, dann öffnete er die Türe.
Moé, der sonst immer kleiner war wie ich war auf Augenhöhe, seine Haare waren hinten zusammen gebunden und er sah mich genervt an.
„Wann warst du das letzte Mal beim Frisör?“
„…“
„Das sagt alles…“

Schob meinen Koffer rein und lächelte, wirklich zufrieden, selbst da wusste Tatsuko wie sie mich aufmuntern konnte.
Das Haus war innen moderner ausgestattet, aber natürlich schwarze Wände, an manchen stellen dunkel lila, ziemlich Gothic.
So wie ich ihn kannte.

„Ich muss dringend mit dir Reden.“
„Bitte geh wieder Cecil.“
„Moé…“
„Du weißt ich hab dich lieb, aber…
„Bitte es ist wichtig.“
„Na okay, aber mach es kurz ja?“

Moé wurde anscheinend in den letzten – fast drei Jahren – sehr Menschenscheu.
„Kurz also…“, ein klirren ertönt, Moé seine Augen werden groß als ich mit meinen Nackten arm in dicken Glastisch schlage der vor mir sich erstreckte.
Dickflüssiges, dunkelrotes Blut tropft hinunter, er schreit als er realisiert was ich getan habe: „SPINNST DU?! CECIL! VERDAMMT!“, seine Hände vor den Mund halten als müsste er sich gleich übergeben, als er sah wie ich mir ohne das Gesicht zu verziehen einen Hautlappen bei der Wunde herunterreiße wie ein Stück Papier.
Unten war Draht zu sehen.
Gewundenes Draht.

Mein Blick wurde Melancholisch, Moé tastete ohne zu fragen einfach das Draht an: „Spürst du das?“
„Nein.“
Er hob mein Gesicht an so das ich ihm in die Augen blickte: „Was ist passiert?“
„Hast du nun Zeit?“
„Für die Story hab ich unter einen Blinddarmdurchbruch Zeit…“

Dann begann ich ihm es zu erzählen.
Alles.
Von Anfang an.
Thisseas… Erén… Ceres… Drahtpuppen…. V1.0…
Einfach alles…
Denn Moé war die einzige Person der ich so etwas anvertrauen konnte, ohne Angst zu haben ich werde als wahnsinnigen abgestempelt.
Und Moé hörte mir zu…

Version 0.9: Ich liebe sie nicht & sie weiss es

7. August 2010, Comments (2)

Intro:

Nun stehe ich vor der Türe, aufgesperrt und der Duft von selbstgemachten Teigtaschen steigt mir in die Nase. Dann ertönt sie, die Stimme meines Mitbewohners: „Ceciiiiil ~ Liebling bist du auch endlich da? Es gibt Jiaozi!“, aus der Küche gerannt kam Tatsuko.
Ihr Haar war nun fast solange wie das von Odina, doch sie hatte schwer zu beschreibende andere aufwendige Steckfrisur.
Langsam tapste sie auf mich zu, öffnete meine Jacke und zog mich am Schal runter, ein Kuss, es war nur ein Kuss.
Kein kribbeln, kein Himmel, ein pressen zweier Lippen zueinander, zwei nasse Muskeln die aneinander reiben.
Und dennoch tat ich es.
Tatsuko hatte mich gerettet, dafür war ich es ihr schuldig.
Bis zum Rest meines Lebens mit ihr zusammen zu sein.

Chapter 09:

Es war so kalt, ich saß auf einer Mauer, zitterte am ganzen Leib. Entzugserscheinungen, Schlafstörungen, Energieschübe und tiefste Depressionen.
Seit 27 Stunden von Bryan getrennt.
Dicke Schneeflocken haben mich bereits zugedeckt, viele Menschen laufen an mir vorbei, ignorieren den zitternden blassen Jungen der bald zu einen Schneemann eingedeckt wird.
„Cecil.“, ertönt eine vertraute Stimme, und obwohl ich sie im ersten Moment nicht einordnen konnte brach ich in Tränen aus vor Freude.
Tatsuko stand vor mir, in ihrer Hand ihren rosaroten Regenschirm mit Pünktchen oben: „Cecil! Du bist es wirklich!“, sie strahlte und nahm mich an der Hand: „Keine Sorge, ich helfe dir, ich nehme dich auf, lass uns zu mir nachhause gehen…“

Sie hatte wirklich viel durchgemacht während ich auf Entzug war, ich hab sie oft grundlos zusammen geschrien, essen an die Wand geschmissen, oft verschwand ich ein oder zwei Tage, und sie fand mich mit Spuren von Prügeleien in einer Gasse.
Doch dann geschah dieser eine Tag, dieser Tag in dem ich mir bewusst wurde was Tatsuko für ein großes Opfer bringt.
Ich lag betrunken, in einer Gasse, an einen Maschendrahtzaun angelehnt, es kam ein Mann, es passierte alles sehr schnell und ehe ich mich versah wurde ich vergewaltigt.
Doch anstatt mich zu wehren, fing ich an zu weinen wie ein Schlosshund, so das mein Peiniger um mich zum schweigen zu bringen, immer wieder in mein Gesicht einschlug.
Immer… und immer wieder.
Erst nachdem der Mann lange weg war, zog ich mich hoch, meine Wunden waren schwer und schmerzten, der Himmel über mir war grau und obwohl es Nacht war, befanden sich viele in den verborgenen Seitengassen um sich lustig zu machen, über diesen kleinen dürren Schwächling, dessen Blut vom Gesicht rann das sich mit den Tränen vermischte.
Erst da… erst da konnte ich mich wieder wehren…
und bevor ich wusste was überhaupt geschah, wurde ich so schwer verletzt, dass ich das erste Mal sah was es bedeutete ‘Eine Drahtpuppe’ zu sein.
Ich erinnere mich noch. Mit 17 Jahren erfuhr ich, dass ich persönlich nichts weiter war wie eine Drahtpuppe die leben bekam.
Dort wo sich Fleisch, Muskeln, Sehnen und Knochen zeigen sollten, war ein Drahtgestell zu sehen, hinter diesen Drahtgestell war es schwarz.
Eine schwere Masse, eine Materie.
Ich taumelte siegreich aus den Gassen, mitten auf die leere Straße, umgeben von Straßenlaternen und den panischen schreien der Männer die meine Wunden sahen und wegrannten.
Und da stand sie.
Tatsuko.
Direkt vor mir auf der Straße.
In ihren kleinen Händen hielt sie ihren Regenschirm.
Mein anfängliches grinsen wurde zum hysterischen lachen, als der Regen ansetzte. Und dort wo der Regen meine Wunden berührte wieder geheilt wurde.
Sie sagte nichts, nur ein besorgter Blick, und als alle Wunden – wortwörtlich – weggespült waren nahm sie meine Hand und sagte: „Lass uns nach Hause gehen. Ich mach dir ein heißes Bad…“, dann lächelte sie mich an, ging an mein Ohr und flüsterte: „Ich liebe dich Cecil, egal ob du auf Männer stehst, oder was du bist. Solange Cecil, Cecil ist. Liebe ich dich.“
Sie liebte mich… egal was ich tat, was ich war…
Sie liebte mich… und für sie musste ich hetero werden.
Um glücklich zu sein… musste ich alles verdrängen, was mich einst ausgemacht hat.

Tatsuko war früher für mich nichts weiter wie eine Stalkerin, ein Mädchen das heimlich mein Zimmer mit Kameras ausgestattet hatte. Das eine Pinnwand voller Bilder von mir hatte.
Das kleine Mädchen das dich ans Bett fesselt und vergewaltigen will um ein Kind von dir zu bekommen. Aber sie liebte mich wirklich.
Also hatte sie es doch verdient das ich ihr das gab was sie wollte? Ich meine, ich machte ihr nichts vor. Sie wusste ich bin schwul, sie wusste ich empfand nichts für sie, aber solange ich mit ihr zusammen lebte, sie mit mir Sex haben konnte und ich ihr gebührenden Respekt gab war sie zufrieden. Doch seit neustem wollte sie mehr.
„Cecil! Wann heiratest du mich endlich?“, sie stemmte ihre Hände in die Hüfte und sah mich tadelnd an, als würde man einen Kind fragen wann es seine Hausaufgaben endlich macht.
„Tatsuko…“, flüsterte ich vor mich her. Ich war mir nicht sicher wie ich es am besten formuliere, aber so sehr sie mir auch geholfen hatte.
Heiraten wollte ich sie nicht.
So sehr sie mich liebt.
Ich will sie nicht heiraten.
Und auch wenn es ihr vollkommen egal ist, alles Negative das mich umgibt, so kann und werde ich nicht den Rest meines Lebens mit ihr verbringen können.
Weil ich nur noch wenige Monate zu leben habe…
Aber das weiß sie natürlich nicht…

Version 0.8: Der alte Mann

3. August 2010, Comments (2)

Intro:

Ein älterer Herr steigt nun ein, seine Haare sind dunkelbraun gefärbt und zurück gestrichen, sein Bart selber war schon grau und dicht.
Der Gehstock den er bei sich hatte war aufwendig verziert, seine ganze Erscheinung wirkte nicht wie die eines Menschen der mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren musste.
Von all den Plätzen im leeren und freien Bus, saß er sich gegenüber von mir und lächelte.
Seine Hände zitterten und ließen seinen Gehstock lautstark zu Boden fallen, so das dieser zusammen zuckte.
Nein dieser Mann war nicht so.
Nicht so wie der Mann damals…
Dieser Mann… von dem ich immer noch nicht weiß ob es Walther war.

Wenn ich zurückdenke.
An die Zeit als ich Klein war, als er mich Kinderpornos mit mir gedreht hatte.
Mein eigener Psychiater.
Als mir erzählt wurde er wurde von meinen Vater angeschossen. Mehrmals.
Und er hatte dennoch überlebt.
Als ich gegen ihn aussagen sollte.
Und es nicht konnte…

Aber dieser Mann damals sah wirklich aus wie Walther… dieser Mann den ich getroffen hatte als ich mit Bryan auf einer Party war…

Chapter 08:

„Ich will wirklich nicht, ich bin kein Typ der auf Discos geht Bryan.“, gab ich von mir, versuchte mich aus seinen Griff zu befreien.
„Nun komm schon, eine Stunde okay? Exakt 60 Minuten, dann gehen wir.“, und da zerrte er mich schon Richtung ‘Underground’.

Seltsam.
Ich erinnere mich gar nicht mehr wie ich zu dieser Situation gekommen bin.
Drehe mich zu der andere Seite bei den Fenster.
Lass die letzte Szene diesen Abends nochmal abspielen.
Klappt nicht.
Will nicht.
Nur das Gefühl wird abgespielt das es gut ist dass ich mich nicht erinnere.

Endlich angekommen, als ich aus den warmen Bus aussteige krame ich den Schlüssel raus, die Bushaltestelle hielt fast direkt vor meiner Haustür.
Okay es war nicht mein Haus, aber ich lebte nun dort.
Nicht mehr bei Bryan.
Bevor ich die paar Schritte den Hügel hinaufgehe bevor ich zu dem Blockhaus komme hole ich tief Luft.

Ein letztes mal aufrufen wieso ich nicht mehr bei Bryan bin.
Zurückerinnern…

„Bryan?“, flüsterte ich während er über mir noch etwas schwerer atmete, der Schweiß tropft ihm vom Kinn hinab auf meine Brust, er legt sein Gesicht so hin das er meinen Herzschlag hören kann: „Ja Cecil?“
Die Decke hatte schon Schimmelpilze, seit 3 Tagen hatte ich nichts mehr geraucht, sah mein leben mit grausamer Nüchternheit: „Ist das alles aus dem unser leben bestehen wird?“, seine Arme stützten sich neben meinen klopf nun ab und er sah mir ins Gesicht: „Wie meinst du das?“
„Ich meine, ich komme Morgens von der Arbeit, wir haben Sex, dann gehst du arbeiten, ich koche und räume die Wohnung auf, dann kommst du wieder es gibt wieder Sex dann rauchen wir und dann geh ich Arbeiten. Das kann doch nicht alles sein?
Sein Gesichtsausdruck wurde das erste Mal in 9 Monaten sehr ernst, es schärfte die Situation und dann lächelte er: „Noch kannst du aus diesen Zug aussteigen Cecil, es wird hart, und du wirst alleine sein. Aber du kannst noch gehen. Aus diesen Leben.“, dann lächelte er mich liebevoll an, öffnete sanft mit seinen Lippen meine.
„Du bist noch so jung Cecil…“, dann rollte er sich runter von mir neben mir: „Ich liebe dich, stark genug um dich gehen zu lassen.“
„Bryan…“, dann stand ich auf und zog mich an: „Du hast recht… jetzt ist ein guter Zeitpunkt…“, er nahm mir alles weg was ich einpacken wollte: „Nimm nichts mit, du musst ohne Bündel gehen diesen Weg…“
Und das tat ich auch…

Es war der schwierigste Weg meines bisherigen Lebens…

Version 0.7: So ist alles Ok

24. Juli 2010, Comments (2)

Intro:

Nachdem die Dame das bekommen hatte was sie wollte gingen wir in den leeren Bus.
Dieser war durch die offene Türe inzwischen schon ziemlich kalt, so das diese die Heizung etwas aufdrehen musste.
Die Gegend erscheint so grau und trostlos, der Himmel wirkt als würde er gleich verschmelzen mit der grauen Masse des Landes. So das man nicht sicher war wo das Land aufhörte und der Himmel begann.
Der Drang zum fliegen, mit den Wind zu gleiten war verschwunden. Diese Liebe zu den Wolken teilte ich auch nicht mehr.
Ich gab dem Menschen das was sie von mir wollten.
So war alles in Ordnung.
So war alles Ok.

Ich bin mir nicht sicher wie oft wir das Pech hatten an einer roten Ampel zu landen, aber immerhin konnte ich so noch die Zeit hinauszögern bis ich Zuhause war.
Bei der nächsten Ampel befand sich in meiner Sichtweite vom Fenster aus ein Erotik Geschäft…
und wieder erinnerte ich mich daran, zurück an damals.
Es waren drei Monate nachdem ich und Bryan ein Paar waren.

Chapter 07:

„Was heißt das du hast kein Geld mehr?“, gab ich erschrocken von mir, Bryan schüttelte den Kopf und zeigte auf Martha und den Jungen dessen Name nicht einmal mehr er selber weiß.
Sie stritten und warfen sich alles was sie fanden gegenseitig an den Kopf, so das sie bereits jeweils zwei Platzwunden hatten die schmerzhaft aussahen.
„Die beiden haben nicht aufgepasst, wir wurden ausgeraubt während wir…“, weiter kam er nicht, denn er sah wie ich aus einen Behälter einen Joint zog.
„Woher?!“, gab er von sich erschrocken, ich zitterte und versuchte nachzudenken: „Das ist meine Notration, wieso verschenkst du auch alles? Was sollen wir nun machen? Bis zu deinen nächsten Zahltag sind es 24 Tage!! Und mein Zahltag ging für essen und Miete drauf.“
Seine Hände lagen nun auf meinen Schultern, ich gab ihn auch einen zug davon und schließlich reichten wir den Stümmel an diesen Beiden streitsüchtigen Idioten.
„Ich hätte da eine Idee, ich kenne da jemanden der zahlt eine Menge Geld wenn man sich filmen lässt beim Sex.“, er lachte und legte einen Arm um mich.
Es war nur eine Idee die aus Spaß gesagt wurde.
Und irgendwie auch nicht.
Wir beide waren verzweifelt genug um das durchzuziehen.
Doch der Mann war nur an mich interessiert.
Während den Dreharbeiten wurde ich mit gratis ‘Shit’ bedient.
Konnte mich nur noch erinnern das drei Männer da waren… drei Männer und ich.
Von dem Mann hatte ich nie mehr was gehört, aber da die Dreharbeiten anscheinend einen Monat ging – zumindest hatte Bryan Zahltag als ich wieder zurück kam – war es mir egal.

Prosititution.
Nichts anderes war das.
Gegen Drogen…

Ich bin bis heute noch dankbar das ich mich an nichts mehr erinnere was damals alles aufgenommen wurde…

Version 0.6: Sex ist dreckige Fitness

14. Juli 2010, Comments (2)

Intro:

Betrachte die Uhr von den Kirchturm der sich vor der Station erstreckt. Dann gleitet mein Blick zu meiner rechten Hand die ich aus der Jackentasche gezogen habe.
Kleine Wölkchen die sich von meinen warmen Atem bilden erschweren mir ein wenig die Sicht auf meine Hand die zittert.
Nicht vor der Kälte, oder von der Nervosität.
Sondern von den Schlafmangel der letzten Wochen.
Um die Kurve erscheint nun mein Bus, leer, wie immer die ältere Dame am Steuer, wider dem Gesetz rauchte sie ihre Zigarette und grinste mich an. Ihr dunkelroter Lippenstift war schon verschmiert und zeugte davon was sie mit Männern machte die zu so einer Stunde Bus fuhren.
Kleine Jungs die ihren Geschmack trafen.
Jungs die mit ihr geschlafen hatten.
Jungs wie mich.

Es war mein erstes Experiment ob ich vielleicht Bi bin. Also nicht nur auf Männer stehe.
Vielleicht redete ich mir diesen Gedanken auch nur ein, denn immerhin lief die ganze Sache nicht freiwillig ab.
Ihr schulterlanges, krauses und ausgebleichtes hellbraunes Haar fiel ihr ins Gesicht. Dann hob sie den Finger, deutete auf mich, dann auf sich, schließlich Richtung Camping WC das für die Bauarbeiter aufgestellt war die unsere Kirche renovierten.
Beide Hände wieder in den Jackentaschen versteckt schüttelte ich den Kopf, sie sah das aber nicht, oder ignorierte diese Geste, denn ich wurde einfach aus den Bus mit ihr gezogen und hineingedrängt.

Ich verstand nie wenn Zooé sagte man muss einen Menschen nicht lieben um mit ihn Sex zu haben.
Oder wenn Erén – mein Ex Sportlehrer – davon sprach das Liebe und Sex völlig verschiedene Dinge sind.
Doch durch diese Frau hatte ich es verstanden.
Ihre dünnen langen Finger öffneten den Reißverschluss meiner Stoffhose die noch von meiner Barkleidung stammte, der Gestank von einem WC das keine Spüle besitzt, und der Atem einer Kettenraucherin lag in der kalten Luft. Sie wusste über die männliche Anatomie genau Bescheid, wusste wo ihre Finger sein mussten und ihre Zunge um mich in weniger als 40 Sekunden startklar zu machen.
Die Busdame – von der ich immer noch nicht den Namen wusste – war anscheinend selber schon lange bereit, Kondom ausgepackt, drüber gestreift, schon sprang sie mich an.
Zum Glück war diese Frau mager genug das ich sie hochheben konnte, ihre Füße drückten sich regelrecht um meine Hüfte und sorgten dafür das sie entschied wann es enden soll.

Sex war so langweilig. Es bedeutete nichts. Sex war nichts anderes wie sehr dreckige Fitness.

Während ich mich also einfach ihren Rhythmus anpasste, keinen Ton von mir gab, was sie anscheinend sehr antörnend fand, dachte ich drüber nach wie ich und Bryan unser erstes Mal hatten.

Chapter 06:

„Nein. Ich hab noch nie Hasen in echt gesehen.“, wiederholte ich meinen Satz, Bryan blickte wirklich ungläubig an, dann packte er mich am Arm und zog mir meinen Joint aus den Händen: „Komm wir gehen sofort welche ansehen!“, er lachte mich an und zog mich aus der Wohnung raus.

Wir saßen also nun, drei Städte weiter in einen Streichelzoo, zwei Kaninchen waren auf meinen Schoß und Bryan selbst hatte mich auf meinen Schoß lachend.
Um uns waren kleine Kinder, die ältesten waren sieben Jahre alt, und die Eltern der Kindern blickten uns nicht gerade bewundernd an wie wir beide so dasaßen.
Doch ihm störte es kein bisschen.
Als das nächste Kaninchen statisch geladen war durch mein vieles streicheln spürte ich erst jetzt das Bryan selbst mir durch die Haare strich: „Was machst du da?“, ich starrte gerade aus, drehte mich nicht in seine Richtung und kraulte das andere Kaninchen vor lauter Nervosität etwas fester.
„Ich streichle das niedlichste Kaninchen hier in dieser Umzäunung.“, antwortete er, dazu grinste er auf diese typische, vertraute Art, wie ich es schon sah seit den vier Monaten in dem ich ihn kannte.
„Ich bin aber kein Kaninchen.“, schmollte zu diesen Satz passend dazu und zog meine Schultern etwas zusammen, sein linker Arm legte sich um meinen Bauch, mit der rechte Hand drehte er mich zu ihn: „Doch du bist mein Kaninchen.“, keine Bestimmtheit, oder ein befehlender Satz.
Er sprach es aus als wäre es etwas vollkommen natürliches.
Da ich nichts zu erwidern wusste, wurde Bryan in seiner Aussage bestätigt, und seine Lippen trafen meine.
Alles in allem, war dies mein erster Kuss, der nicht auf einseitiger Liebe basierte.
Und er war wunderschön.
Die Eltern zogen schnell ihre Kinder weg von dieser Szene, und ehe ich mich versah hatte ich in einer Wiese voller Kaninchen Sex mit den Mann den ich liebte.
Und das beste war noch…

Er liebte mich auch…

Version 0.4 & 0.5: Coke ist nicht gleich Cola

1. Juli 2010, Comments (1)

Intro:

Nun war ich an meiner eigenen Kasse dran, abgezählt in Rekordzeit, eingetragen.
Jetzt kam auch der Chef von der Bar aus seinen kleinen Büro, es war mehr eine Abstellkammer da sich dort auch die Drogen lagerten.
„Was schon fertig? Du bist wirklich einer von der AK-Universität.“, lachte er mich an, inzwischen war sein Bart voller geworden, sein Bierbauch hob ein bisschen sein Oberteil und zeigte das dort seine Haare wuchsen wo sie ihm eindeutig fehlten.
„Danke, Sir.“, ich nickte, sperrte meine Kasse ab und sah mich kurz unsicher um.
Das beißende Gefühl von Paranoia überkam mich, vielleicht durch das auf und ab von den Fingern des Chefs, das Geräusch wenn seine dreckigen Fingernägel auf den Holz aufkamen: „Willst du mir nicht verraten warum ein schlaues Bürschlein wie du aus so einer Universität freiwillig aussteigt?“, in seinen Gesicht konnte ich lesen was er hören wollte.
Vertuschungsversuchen, Dinge die unsere Regierung geheim haltet, die AK Universität war ebenso beliebt wie gefürchtet.
Er wartete geduldig das ich anfing, eine Geschichte voller Intrigen und Action, vielleicht auch Aliens oder anderes unnatürliches.

Wenn er wüsste…

„Ich wollte niemals studieren, aber der Gruppendruck zwang mich, schließlich bin ich doch noch meinen Weg gegangen.“, kurze knappe Antwort, entsprach der Wahrheit.
Ließ aber das tiefsinnige dieser Aussage natürlich unausgesprochen.

Die ganze Geschichte, wie ich aus der Universität ausstieg…
Geschichtswissenschaft die ich studierte…

Alle fanden ich wäre so klug und begabt, ich solle doch studieren.
Durch meine Abschlussarbeit in Wahrscheinlichkeitsrechnungen wurde wider erwarten Harvard, Princeton und Yale ein Stipendium angeboten. Wobei es Harvard und Yale auf jede Abschlussarbeit abgesehen hatten die von der AK Hochschule kam.
Dennoch wollte ich weiter hier bleiben, bei meinen Freunden, da wo ich Zuhause bin.
Glaube ich… vielleicht war es auch nur Angst was passiert wenn ich alleine bin.

Chapter 04:

„Du willst was?“, starrte mich Odina an, sie umklammerte ihren Ordner, Linguistik studierte sie, und dennoch schien sie nicht meine Worte zu verstehen die mir über die Lippen in einen weiteren unachtsamen Moment meines Lebens gerutscht waren.
„Du hast richtig gehört, ich will nicht mehr studieren, ich wollte nie studieren, es reizt mich nicht, ich brauche nicht das große Geld um glücklich zu sein. Mir reicht dieser Tierpfleger Nebenjob den ich nebenbei hatte. Ich hab auch keine Materiellen Wünsche wie Konsolen oder sonstiges. Nichts was ich mir irgendwie nicht leisten kann wenn ich nicht–“, doch weiter kam ich nicht.
Weiter kam ich nie.

Vielleicht hatte mich dieser Entschluss auch nur deshalb so spontan gepackt, da ich nur noch mit Odina mich unterhalten konnte.
Elijah und Zooé hatten mich ja aufgegeben.

Sie drehte an ihren goldenen Verlobungsring von Elijah und sah dann wieder hoch zu mir: „Das wichtigste ist das du glücklich bist Cecil, lass dich nicht von Gruppendruck durch etwas zwingen.“, dann ging auch sie.

Am selben Tag verweigerte ich die Vorlesungen und ging in dieser Bar arbeiten.

Intro:

Der kalte Wind peitschte mir ins Gesicht als ich aus der Bar ging, ich wickelte meinen Schal etwas enger um mich und sah in die Richtung in der dieser Wind wehte.
Richtung Bryan.
Doch diesen weg werde ich nicht mehr gehen.
Langsamen Schrittes gehe ich Richtung Busstation, so langsam das ich meinen ersten Bus verpassen werde mit Bestimmtheit.
Es eilt nicht nach Hause zu kommen.
Es hat nie geeilt.

Als ich angekommen bin ist kein Mensch weit und breit zu sehen, meine Hände frieren in der dünnen Jacke die ich anhabe, sie geht mir nur knapp über meinen Bauch.
Ihr war es wichtig das ich gut aussehe.
Durfte nicht widersprechen.
Hatte Zuviel durchgemacht mit mir als das ich nun einfach verschwinde.
Zuviel.

Die ersten dicken Schneeflocken kommen vom Himmel, sie zeugen davon das bald Weihnachten ist.
Bald werde ich 20 Jahre alt.
Zu etwa dieser Zeit, hab ich vor zwei Jahren bei Bryan gewohnt… ohne meinen Dad was zu sagen… er weiss bis heute nicht wo ich mich befinde.

Chapter 05:

„Hey Cecil, da bist du ja!“, strahlte mich Bryan an, ich rannte in seine ausgebreiteten Arme und lies mich an ihn drücken: „Hast du wieder etwas leckeres für mich gekocht?“, an seine Brust gedrückt versuchte ich zu nicken.
„Das ist wunderbar!“, so saßen wir uns beide auf seine von den drei Matratzen die am Boden lagen und ich zog aus meinen Rucksack das eingepackte Essen heraus.
Es dampfte zum Glück noch, denn ich war so schnell wie ich konnte zu ihn gekommen: „Lass es dir schmecken, wenn du willst kannst du einmal zu mir kommen. Mein Vater ist nie Zuhause und so…“, er sah sich das Essen an und begann mit den Händen gierig zu schlingen.
Bryan verbrauchte seinen ganzen Zahltag für den Stoff den er für sich seine Freunde und auch für mich bezahlte, also sorgte ich mit meinen Zahltag, und das Haushaltsgeld das ich von meinen Dad bekam für den Rest.
Seine beiden Mitbewohner bekamen nie etwas mit, ich hab die beiden nur einmal nüchtern erlebt, sie haben dauernd gestritten haben sich gegenseitig dinge an den Kopf geworfen.
Ich hatte wirklich Angst.
Bryan mochte die beiden zu sehr.
Also ging er für die beiden jobben.

Ich weiss noch was ich ihn damals gefragt hab:

„Entweder sie streiten sich, oder sie liegen wie Komatiker auf der Matratze, es gleicht einen lebenden tot.“, ich strich mir meine Haare etwas aus den Gesicht und starrte den Reis an der in Silberfolie eingepackt war eben und nun seinen Weg in Bryans Mund fand: „Stell dir vor Zooé und Elijah wären das, was würdest du es tun?“
„Weinen.“

Bryan schien was zu sagen wollen, nickte aber nur, dann zog er die Spritze weg die noch eben in der Hand von der älteren abgemagerte Dame – die übrigens Martha hieß – war: „Ich weiß das du nur rauchst, aber hast du nicht einmal Lust ‘Coke’ zu probieren?“

Bryan nahm noch einen letzten Zug von seinen Joint dann gab er ihn mir, zum Schluss füllte er die Spritze erneut: „Keine Sorge, der Einstich spürst du kaum.“, dann nahm er meinen Arm und blickte fragend.
Wenn ich zurückdenke hätte es tausend Möglichkeiten gegeben ‘Nein’ zu sagen, aber damals kam so etwas mir gar nicht in den Sinn.
Ein zögerndes nicken meinerseits besiegelte nun mein Schicksal.

Jegliche Müdigkeit war wie weg geweht, ich rannte durch das Zimmer, fühlte mich besser, stärker, leistungsfähiger.
Ich x 300.

Nach einer 24-stündigen Depression von der Spritze beschloss ich dieses Zeu nie mehr zu nehmen.
Aber meinen Konsum an ‘Shit’ hatte es deutlich geprägt.
Deutlich… erhöht.

Version 0.3: Wie ich meine Freunde verlor

24. Juni 2010, Comments (2)

Intro:

„Cecil? Kannst du bitte für mich noch die Kassa mitmachen? Treffe mich gleich mit Freunden und…“, bettelte ein Arbeitskollege, ich nickte nur und ging dankend aus den Lokal.
Abzählen.
Mathematik.
Wie ich es geliebt habe.
Das Märchen der Mathematik, die Philosophie der Mathematik…

Er trifft sich mit Freunde um 6 Uhr morgens?
Wahrscheinlich bevor sie studieren gehen…
Studentenfreunde…
Freunde…
Wann war es eigentlich das letzte mal als ich Zooé und Elijah getroffen hatte?
Das war doch kurz nachdem ich mich öfters mit Bryan getroffen hatte…

Hätte man mir vor den Ereignissen erzählt das es eine Zeit geben wird ohne die beiden, hätte ich denjenigen ausgelacht oder einen einzigen Heulkrampf beim bloßen Gedanken bekommen.
Schon immer war ich das kleine Nesthäckchen, von beiden geliebt und beschützt, wollten nur das Beste für mich.
Solche Freunde gibt es nicht einmal im Film.
Klar zogen sie mich oft auf, aber letzten Endes taten sie nie etwas das mir geschadet hätte.
Die besten Absichten.
Standen immer an meiner Seite, unterstützten mich, gaben mir den Halt der mir meine Familie nie geben konnte.
Konnten mit meiner Bindungsstörung umgehen.

Bindungsstörung.
Ich erinnere mich noch als ich klein war, meine Eltern waren beim Arzt, ich saß auf den Schoß von meinen Dad, klammerte mich an ihn, in der anderen Hand mein reparierter Stoffhase.
Eigentlich sollte er herausfinden warum ich ständig so eine Appetitlosigkeit mit mir trage, stattdessen hatte er etwas anderes herausgefunden.

Unsicher-ambivalente Bindung besäße ich zu den Menschen.
Cecil, zeigt sich ängstlich und abhängig von seiner Bindungsperson. Geht die Bindungsperson, reagiert er extrem belastet. Eine fremde Frau wird ebenso gefürchtet wie der Raum selbst. Schon bevor die Bindungsperson hinausgeht, zeigt Cecil Stress.
Da er die ungewohnte Situation fürchtet, wird sein Bindungsverhalten schon von Beginn an aktiviert.

Kinder wie er reagieren so auf das korrelierende Bindungsverhalten der Bezugsperson: Die Bindungsperson reagiert für das Kind nicht zuverlässig, nachvollziehbar und vorhersagbar.
Der ständige Wechsel von einmal feinfühligem, dann wieder abweisendem Verhalten führt dazu, dass das Bindungssystem von Cecil ständig aktiviert sein muss.
Er kann schwer einschätzen, wie die Bindungsperson in einer bestimmten Situation handeln oder reagieren wird. Er ist somit permanent damit beschäftigt, herauszufinden, in welcher Stimmung sich die Bindungsperson gerade befindet, was sie will und was sie braucht, damit er sich entsprechend anpassen kann. Dies führt zu einer Einschränkung des Neugier- und Erkundungsverhaltens von ihm, welches sich nicht auf die Exploration des Raumes konzentrieren kann.

Solche Kinder können keine positive Erwartungshaltung aufbauen, weil die Bindungsperson häufig nicht verfügbar ist – meist auch nicht, wenn sie in der Nähe ist.
Dementsprechend erwartet Cecil keinen positiven Ausgang der Situation und reagiert extrem gestresst und ängstlich innerhalb der „fremden Situation“.

Ich erinnere mich noch an Elijah und Zooé sein Gesicht als ich ihnen diese Szene aus meiner Vergangenheit erzählte, es dauerte seine Zeit aber dann behandelten sie mich wie immer.
Ich wünschte sie hätten sich damals zurückerinnert an diesen Fakt meines Lebens.

Chapter 03:

Das Haus in dem ich lebe dass durch die ständige Absenz von Eltern glänzte und somit schon mir gehörte, hatte zwei Stockwerke.
Im Erdgeschoss befand sich ein WC, die Terrasse, Küche so wie Wohnzimmer, Abstellkammer und eine begehbare Garderobe.
Im ersten Stock waren das Schlafzimmer meiner Eltern, mein Zimmer und noch 2 Gästezimmer, außerdem noch das große Bad und eine weitere Toilette.
Dann kam mein Lieblingsstockwerk.
Es war eigentlich nichts weiter wie ein Dachboden, er wurde in all den Generationen zu eine Art Gymnastiksaal umgewandelt. Mein Dad selbst nahm es hier für Schießübungen.
Da meine Mutter gegen Fernsehen war, aber auch dieses Stockwerk nicht mochte, war hier unser großer Breitbildfernseher versteckt. Er stand auf einen billigen Gerüst aus Ziegeln und Holzbretter, davor waren mehrere Sitzsäcke über die ich mich immer quer legte wenn ich Fernsen sah.

Inzwischen war dieser Platz da oben der Ort an dem ich ‘Shit’ rauchte das mir Bryan gab.
Der Ort an dem Elijah und Zooé das erste Mal sahen wie tief ich gefallen war ohne das sie etwas davon bemerkten.

„CECIL!“, wider erwarten war es Elijah der zuerst schrie, beide rannten von der Ende der Halle zu mir hoch, ich lag nur in meinen Boxershorts auf den Sitzsäcken während beim Fernseher das Testbild zu sehen war und vor mir ein Aschenbecher.
„Hallo ~“, gab ich grinsend zurück, wedelte mit der Hand und legte meinen Kopf zurück.
Fertig geraucht hatte ich schon, die Wirkung war gerade am vergehen, und der Gestank zog durch das offene Fenster – wohlgemerkt es hatte nicht mal Gläser oder sonst irgendwas mit dem man es zumachen könnte selbst wenn man es wollte.
Schließlich meldete sich auch Zooé zu Wort: „Daran ist dieser Bryan schuld oder?!“, es klang nicht nach einer Frage oder eine Feststellung, sondern mehr nach einen Vorwurf. Eine Beschimpfung die nichts anderes hieß wie ‘Du lässt dich so einfach beeinflussen?’.
Der Boden quietschte unter der Reibung meiner Hände die ich hin und her bewegte während ich die Decke anstarrte und mir bewusst wurde was meine beiden besten Freunde gerade wussten und über mich dachten.
Ihr hattet keine Zeit und-“, fing ich an mich rechtfertigen zu wollen, doch bevor Zooé ein spitzzüngiges Kommentar abgeben konnte kam Elijah ihm zuvor: „Und da dachtest du, Drogen nehmen ist eine bessere Alternative als uns darauf hinzuweisen das du gerade eine schwere Zeit durchmachst?“
„Haben wir dich jemals im Stich gelassen in irgendeiner deiner beknackten Phasen bis jetzt?“, speite Zooé doch noch sein Gift, Elijah machte eine Handbewegung die ihn zum schweigen brachte: „Zooé hat recht, wie kannst du dich nur den Drogensumpf abgeben. Dieser Bryan tut dir echt nicht gut!“

Ich betrachtete die letzte Münze in seiner Kassa, schrieb die Zahlen auf und seufzte laut auf: „Sie hatten Recht… aber ich war so verliebt…“, flüsterte ich zu mir selber in der leeren Bar.
Schloss die Kassa und ging nun zu meiner eigenen.

Sie hatten mir lang und ausführlich erklärt warum ich mit Bryan nicht mehr treffen sollte, sie erzählten mir die Wirkungen von Drogen, von der Suchtgefahr, von dem schweren Weg davon wieder nüchtern zu werden und und und…
Solange bis ich in Tränen ausbrach.
Nicht vor Angst was sie mir erzählten, oder überhaupt aus Angst, sondern mehr weil mir die beiden vorkamen wie zwei Personen die einen schwer verletzten am Boden liegenden Menschen noch weiter traten.
Doch als ich ihnen von meinen Gefühlen erzählten wurden ihre Gesichter undefinierbar, ich hatte noch nie so etwas erlebt.
Vergleichbar als würde das Kind seinen Eltern beichten das dieses sein Leben hasst, aufgrund seiner Eltern.
Ein Gesichtsausdruck… des Hochverrats.
„Ich hätte nie gedacht das ich das mal sage, aber du musst dich nun entscheiden Cecil.“, sprach Zooé, ruhig und gelassen: „Uns und dein altes Leben, oder Bryan und dieses Leben.“
Mein Blick wanderte zu Elijah, hoffnungsvoll wartete ich das dieser Zooé zurechtstützt, aber er tat nichts dergleichen.
Nickte sogar.

Ich hatte keine Freunde, ich kann mir keine Freunde machen.
Noch weniger hatte ich Chancen auf Geliebten, auf die LIEBE in diesem Sinne.
Und nun sollte ich mich zwischen diesen Dingen entscheiden?
Ich der eh schon so wenig besitzt.
Mein Schweigen war ihnen Antwort genug.
Noch beide in den Knien vor mir standen sie auf, sahen mich kurz an und nickten: „Wir haben verstanden.“, sagte Elijah, lächelte sein Priesterlächeln und beide gingen Richtung Ausgang.

„Elijah… Zooé… bitte… geht nicht.“
Aber diese geflüsterten Worten in meinen Gedanken wurden niemals ausgesprochen.
Das war der Tag an dem ich mein Leben Stück für Stück verlor.

Older Posts »